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Quälix Austria

Wo es wehtut

Foto: REUTERS/Lisa Leutner
»Markoooooo« – Das Café Sperl steht Kopf (Wien, 17.6.2026)

Erste Reaktion nach Schlusspfiff: Das war knapp. Österreich hat sein erstes WM-Spiel seit 1998 in einem überraschend umkämpften Spiel mit 3:1 (1:0) gegen Jordanien gewonnen. Die Gründe waren: zwei Sonntagstreffer, ein wegen Handspiel nicht gegebenes Tor, ein Eigentor und ein Elfmeter in der Nachspielzeit. Klingt nach viel Arbeit für Schiedsrichter und VAR, war aber im Grunde korrekt so.

Verglichen zum Beispiel mit der sehr müden ersten Halbzeit der Franzosen gegen Senegal lief der Ball von Beginn an flott durch die Reihen, wie gesagt, erstaunlicherweise durch beide. Es schien fast, als hebe sich Österreich sein Pressing für spätere Gegner auf. Underdog Jordanien wollte man mit ein bisschen Tiki-Taka locken. Doch das können sie selbst. Problem am österreichischen Aufbauspiel: Vorn cruiste Saša Kalajdžić, inzwischen beim Doublesieger LASK unter Vertrag, etwas haltlos durch die Halbräume und verlor zu viele Bälle. Klar war: Die Schwarz-Roten brauchten einen, der die Bälle festmacht – Marko Arnautović!

Der kam dann auch nach der Halbzeit. Vorher traf Romano Schmid sehenswert, nachher Ali Olwan fast noch sehenswerter. Womit klar war: Sich Schmid oder Schneid abkaufen lassen würden die Mannen vom Jenseits des Jordan auf keinen Fall. Dabei ist Fußball, kleine Randbemerkung, in Jordanien bestimmt eine Herausforderung: viel Wüste, kaum ein Bolzplatz oder Kickkäfig, statt dessen massenhaft Plastikflaschen, die in der wunderschönen Landschaft auf gleich mehrere Jahrgänge von Grundschülern warten, um endlich aufgesammelt und wiederverwertet zu werden.

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Problem des jordanischen Teams: Mit den europäischen Werten haben sie es nicht so. Heißt: Standards. Wurde das erste Tor nach dem 1:1 noch zurückgenommen, weil Stefan Posch vor Arnautovićs Abstauber den Ball leicht mit dem Arm berührt hatte, war beim zweiten Mal nichts mehr zu monieren: wieder eine Ecke, wieder war Arnautović »da, wo es wehtut«. Den Ball ins Tor bugsiert aber hat der Rücken eines Jordaniers, Yazan Al-Arab wird eine schlechte Nacht gehabt haben.

Ärgerlich, dass es Arnautović mal wieder nicht gegönnt war, in der Nacht der Torrekorde – vorher Mbappé und Messi – seinen Status als österreichischer Nationalmannschaftstorschützenkönig zu zementieren. Aber Karma ist eben doch keine Bitch: In der Nachspielzeit gab es noch einen Elfmeter für die Ösis, »Marko Prolo« (Der Falter) vollendete zum Endstand.

Als nächstes steht das Oldieduell Marko gegen Messi an. Rangnick wird noch einiges zu schrauben haben am Team. Posch könnte wegen Aua ausfallen. Das Sechzehntelfinale ist aber so gut wie gebongt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.06.2026, Seite 16, Sport

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