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Zum Kotzen
Dem stets hochgestimmten Kanzler verdarb vielleicht die FAZ am Sonnabend das Frühstück. Sie interviewte Hausarzt Oliver Funken, CDU-Mitglied, der zum medialen Hit des Merzschen »Reformpakets«, der Krankschreibung am ersten Krankheitstag, sagte: »Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Grippe und liegen malad im Bett. Damit müssen Sie sich dann irgendwie in die Praxis schleppen, auch Patienten mit Magen-Darm-Infekt, die sich in unserer Toilette übergeben, da graust es mir.« Unbekannt ist, ob bei solchem Kulturpessimismus Friedrich Merz der Kaffee hochkam, irgendeinen Rappel muss er gehabt haben. Auf dem Landesparteitag seiner NRW-CDU tobte er jedenfalls anschließend: »Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker: Wegtreten! Wir gehen mit Zuversicht und Optimismus an die Arbeit, und wir bringen unser Land wieder auf das Level«, das es verdient habe.
Zu den Nörglern zählt auch Dennis Radtke, Chef des sogenannten CDU-Arbeitnehmerflügels CDA. Laut Spiegel nölte er, man solle »diesen Punkt noch einmal überdenken«. Und setzte hinzu: »Der politische Streitwert scheint in keinem gesunden Verhältnis zu den vermeintlichen Verbesserungen zu stehen.« Ähnlich berufskritikermäßig ließ sich der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze (SPD), in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Sonnabend zitieren: Es sei zu befürchten, dass sich »künftig noch mehr Arbeitnehmende krank zur Arbeit schleppen, nicht genesen und letztendlich aufgrund langwieriger Verläufe mehr Krankheitstage aufweisen«. Und der Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Markus Blumenthal-Beier, mäkelte zudem in den Funke-Zeitungen: »Für unsere Praxen ist das eine Katastrophe.« Sollten Beschäftigte künftig bereits am ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigen, müssten die Praxen »mit Millionen zusätzlichen Patientinnen und Patienten rechnen«. Darunter würden vor allem schwer und chronisch Kranke leiden, weil weniger Zeit für ihre Behandlung bleibe.
Der Reutlinger General-Anzeiger will dagegen sogar eine Verschlimmbesserung: »Der simulierte Schnupfen ist aber nicht das Problem. Der nationale Krankenstand wird vielmehr von chronischen Beschwerden in die Höhe getrieben. Hier hilft kein Zwang, sondern Flexibilität. Vielleicht können die Betroffenen nicht den ganzen Tag arbeiten, aber den halben. Vielleicht nicht im Büro, aber zu Hause. Darum ist Warkens Teilzeit-Krankschreibung vielversprechender.« Merz kann seine Zuversicht behalten: Mit den in Teilzeit arbeitenden chronisch Kranken kommt der Aufschwung garantiert. (as)
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Wilfried Schubert aus Güstrow 7. Juli 2026 um 14:25 UhrDer Kanzler ist fast immer frohgestimmt. Mit der großen Reform verspricht er, dass wir guten Jahren entgegengehen. Wer das, beim Zustand großer Teile der Industrie, der Energieversorgung, den Militärausgaben, Preisen für Treibstoffe usw. glaubt, wird Seelig. Was geschieht mit den 13,3 Millionen Deutschen, die armutsgefährdet sind. Bei allen guten und schlechten Ankündigungen vermisse ich bei der angekündigten Entbürokratisierung, wie der Staat entschlackt werden soll. Deutschland hat 1.955 Millionen Beamte. Deren Durchschnittslohn, wenn auch sehr unterschiedlich, beträgt monatlich 5.900 €. Macht eine jährliche Gesamtsumme von 117 Milliarden €. Der Bundeskanzler bezieht monatlich 22.083 € plus 12.271 € Dienstaufwandentschädigung, die Bundesminister 17.990 € plus jährliche Pauschale von 3.681 €. Die jährlichen Kosten für den Bundestag belaufen sich auf jährlich auf 1,28 Milliarden €, das sind 22,9 Millionen € mehr als ursprünglich vorgesehen. Die Militärausgaben sollen 2026 auf 108 Milliarden € mit der Begründung steigen, Russland wolle Europa bzw. Deutschland angreifen. Russland will das nicht und hat noch nie ein europäisches Land angegriffen. Dreimal haben europäische Staaten Russland überfallen, Frankreich und gleich zweimal war es Deutschland. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass 1,66 Millionen russischen Militär, 2.5 Millionen NATO-Militär gegenüberstehen.
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