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Vereinigtes Königreich

Starmer unter Druck

Großbritannien: Labour-Kandidat gewinnt Wahl und könnte Premier ablösen

Foto: IMAGO/ZUMA Press

Es ist ein Labour-Wahlsieg, über den sich der britische Premierminister Keir Starmer wenig freuen wird: Andy Burnham hat die Nachwahl zum Londoner Unterhaus im Wahlkreis Makerfield am Donnerstag deutlich gewonnen. Damit erfüllt er die wichtigste Voraussetzung, um seine Kandidatur für den Parteivorsitz einzuleiten. Der Sieg für Burnham zeigt, dass Labour gegen die ultrarechte Reform-UK-Partei von Nigel Farage bestehen kann. Denn diese hat enorme Ressourcen in den Wahlkampf gesteckt. Genützt hat es nichts: Burnham gewann deutlich mit 54 Prozent. Es ist ein Zuwachs um 9,6 Prozentpunkte gegenüber der Parlamentswahl 2024. Rob Kenyon von Reform erhielt 34,6 Prozent.

Makerfield ist eine sozial benachteiligte Arbeitergegend im Nordwesten Englands. Die Stadt Wigan, zu der Makerfield gehört, liegt in der Grafschaft Greater Manchester, deren Bürgermeister Burnham ist. Deutlich wird der Erfolg im Vergleich zu den jüngsten Kommunalwahlen: In Wigan hatte Reform 46,2 Prozent der Stimmen erhalten, Labour nur 26,6 Prozent. In seiner Rede nach dem Wahlsieg sagte Burnham: »Jeder weiß, dass die Politik versagt. Jeder weiß, dass das Land versagt. Heute könnte der Wendepunkt sein und uns neue Hoffnung für die Zukunft geben.« In einem an Labour gerichteten Teil sagte er: »Es gibt keine zweite Chance. Aber dieses Ergebnis heute abend bietet die Möglichkeit, eine neue Politik aufzubauen, die auf Einheit und Hoffnung basiert und uns vom Weg abwendet, der uns in eine gespaltene, düstere Politik führt, wie wir sie in den USA erleben.«

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Es wird erwartet, dass Burnham schon am Montag im Parlament vereidigt wird und er zu diesem Zeitpunkt bereits die 81 Unterstützungserklärungen von Labour-Abgeordneten vorlegen wird, die notwendig sind, um eine Neuwahl des Parteichefs und damit auch des Premierministers herbeizuführen. Ironie: Durch Burnhams Einzug ins Parlament ist eine Neuwahl für den Bürgermeisterposten in Manchester erforderlich geworden. Laut Analysten hat Reform UK nun realistische Chancen, dort den kommenden Bürgermeister zu stellen.

Auch andernorts in Großbritannien wurde gewählt: Bei einer Nachwahl im Wahlkreis South Aberdeen im Norden Schottlands gewannen die Konservativen erstmals seit 50 Jahren eine Nachwahl in Schottland. Aberdeen ist von der »grünen Energiewende« der Labour-Regierung besonders betroffen. Der siegreiche Konservative Douglas Lumsden hatte im Wahlkampf versprochen, gegen die Energiewende zu kämpfen und dadurch Tausende Arbeitsplätze in der Region durch die Fortführung der Ölförderung in der Nordsee zu erhalten. Im walisischen Wrexham wiederum stand erstmals die neue linke Your Party auf dem Stimmzettel. Bei den Kommunalwahlen erhielt sie vier Prozent.

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.06.2026, Seite 6, Ausland

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