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Fußball-WM

Zu Gast bei Feinden

USA: Schikane gegen somalischen Schiedsrichter und iranische Delegation

Von David Siegmund-Schultze
Foto: Feisal Omar/REUTERS
Artan bei seiner Rückkehr in Mogadischu (10.6.2026)

In den USA ist der Terrorismusvorwurf nicht aus der Mode gekommen. Egal, wie absurd er auch sein mag. Nun traf es den Somalier Omar Abdulkadir Artan. Vergangenes Jahr wurde er noch als Afrikas Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet – am Montag verweigerten ihm die US-Behörden die Einreise. Artan, der an der an diesem Donnerstag startenden Fußball-WM teilnehmen sollte, wurde elf Stunden lang von Grenzbeamten verhört und in eine Zelle gesperrt, bevor er zur Rückreise gezwungen wurde, teilte er der New York Times (NYT) mit. Er und sein Verband betonten, dass seine Papiere und sein Visum gültig gewesen seien. Am Mittwoch wurde er begeistert in seinem Heimatland in Empfang genommen.

Artan stehe »in Verbindung mit mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen«, behauptete ein Vertreter des US-Außenministeriums am Dienstag abend (Ortszeit) gegenüber AFP zur Begründung der Schikane. Somalia steht auf der Liste von 39 Staaten, gegen die Donald Trump im Dezember 2025 Einreiseverbote verhängt hatte. Im gleichen Monat bezeichnete der US-Präsident Somalier als »Müll« und sagte, er wolle sie nicht im Land haben.

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Gleiches gilt offenbar auch für Menschen aus dem Iran. Fans aus dem Land seien die zugeteilten Eintrittskarten entzogen worden, teilte der nationale Fußballverband am Dienstag in Teheran mit. Zuvor verweigerte Washington bereits 15 Mitgliedern der iranischen Delegation die Einreise. Darunter Funktionären, die dieses Jahr bereits mehrfach in den USA waren, um den WM-Aufenthalt zu organisieren, wie NYT berichtete. Offensichtliche Schikane gegen das Land, gegen das die Vereinigten Staaten und Israel am 28. Februar einen Angriffskrieg starteten. Bei ihrer Ankunft im mexikanischen Tijuana, wohin das iranische Team gezwungen wurde auszuweichen, trugen die Spieler Anstecknadeln mit der Zahl 168, um an die 168 Kinder zu erinnern, die beim US-Bombenangriff auf eine Grundschule in Minab zu Kriegsbeginn getötet wurden.

Unterdessen wird die Bekämpfung von Asylsuchenden in den USA ungehindert fortgesetzt: Das US-Repräsentantenhaus billigte am Dienstag abend (Ortszeit) die Freigabe von 70 Milliarden US-Dollar für die Einwanderungs-, Grenz- und Zollbehörden. Auch für ICE, dessen Beamte bei Protesten gegen Abschieberazzien – die sich etwa gegen Somalier richteten – im Januar die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti erschossen. Daraufhin sorgten die Demokraten für eine 70tägige Haushaltssperre für das sogenannte Heimatschutzministerium. Mit ihren Forderungen nach strengeren Auflagen für die Behörde konnten sie sich jedoch nicht durchsetzen. Die vermummten ICE-Beamten können weiter auf Menschenjagd gehen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.06.2026, Seite 7, Ausland

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