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DIDF-Sommerfest

Kriege und Sozialabbau: Was hält DIDF dagegen?

Das am Sonnabend stattfindende DIDF-Sommerfest lebt vom Engagement der Mitglieder und Sympathisanten, sagt Alev Bahadir

Foto: Ardan Fuessman/Eibner-Pressefoto/imago
Aktivisten von DIDF auf der Demonstration am 1. Mai 2025 in Nürnberg

Am 13. Juni steigt im Kölner Tanzbrunnen das alle zwei Jahre stattfindende Festival der Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF) für Zusammenhalt und Solidarität. Angesichts einer Bundesregierung, deren Politik eher an der Zerstörung von Zusammenhalt und Solidarität gelegen zu sein scheint, hat das Fest eine gewaltige Aufgabe vor der Brust, oder?

Auf jeden Fall. Und diese Aufgabe ist Motivation für unser Fest. Es geht darum, einen schönen Tag zu haben, Leute kennenzulernen und ein Kulturprogramm zu ermöglichen. Aber vor allem wollen wir eine Botschaft deutlich machen: dass wir mit Tausenden Menschen zusammenkommen und wir gemeinsam gegen diese Politik der Kriege, des Rassismus, des Nationalismus, des Sozialabbaus kämpfen. Wir wollen für eine Gesellschaft eintreten, in der eben das Motto »Zusammenhalt und Solidarität« im Vordergrund steht. Das ist keine leichte Aufgabe in der gegenwärtigen politischen Landschaft – aber die war es noch nie.

In einer Mitteilung zu dem anstehenden Fest wurden als die drängendsten Themen Aufrüstung, Kriege, andauernder Rechtsruck und Sozialabbau benannt. Was hält DIDF konkret dagegen?

Soziale Kämpfe! Wir sehen uns als Teil der sozialen Bewegungen in Deutschland. Und nur, wenn man sich nicht spalten lässt – anhand von Herkunft, Religion, Geschlecht, Alter –, lassen sich die drängenden Probleme lösen. Man könnte auch sagen: Nicht nach unten treten, sondern nach oben treten, darum geht es. Deshalb versuchen wir auch immer wieder, die Themen miteinander in Verbindung zu setzen. Also nicht lose Probleme betrachten, die angeblich nebeneinanderher existieren, sondern verknüpfen, wie Sozialabbau mit Aufrüstung und Militarismus in Verbindung steht. Denn da, wo aufgerüstet und enorm viel Geld in Waffen investiert wird, fehlt es dann im Sozialen, bei der Gesundheitsversorgung, in der Bildung usw.

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Erst Ende Mai hat der DIDF-Jugendverband ein Open-Air-Festival in Hamburg veranstaltet, das sich gegen Militarisierung und Wehrpflicht positionierte und zu dem mehr als 6.000 Besucher kamen: Was ist das Erfolgsrezept Ihres Jugendverbands?

Unser Jugendverband versucht sich, wie die Erwachsenen auch, in sozialen Bewegungen einzubringen. Die Jungen sind vor allem an den Schulen aktiv, haben Schulstreikkomitees – in Kooperation mit Bündnispartnern – gebildet, damit Schülerinnen und Schüler sich gegen Militarismus und Aufrüstung selbst organisieren können. Das ist echte Basisarbeit. Der Jugendverband ist da sehr aktiv und kämpft auch an den Unis und in den Betrieben. Wehrpflicht ist gerade ein ganz drängendes Thema, was auch die Jugend stark beschäftigt. Weil auch türkeistämmige Jugendliche vor dem Hintergrund von Perspektivlosigkeit glauben, in der Bundeswehr eine abgesicherte, berufliche Perspektive erkennen zu können. Da versuchen wir – Jung und Alt – gegenzusteuern.

Kommen wir zurück auf das bevorstehende Fest: Was macht das Sommerfest der DIDF so besonders, dass es – wie zuletzt 2024 – bis zu 8.000 Menschen anzieht?

Es gibt da aus meiner Sicht zwei Faktoren. Einmal das sehr breite Programm. Wir versuchen, unterschiedliche Gruppen anzusprechen. Wir achten darauf, dass zum Beispiel auch kurdische Acts auftreten, aber auch Musik aus anderen Regionen in der Türkei vorkommt. Gleichzeitig freuen wir uns, um nur einige zu nennen, auf Künstler wie Gaye Su Akyol oder auf das Raptrio »Junge Arbeiter«, die noch mal ein deutlich jüngeres Publikum ansprechen. Ich glaube, für alle Musikgeschmäcker ist was dabei.

Und Faktor zwei lautet?

Dass unsere Mitglieder extrem viel Arbeit leisten, und zwar ehrenamtlich. Viele Mitglieder und Sympathisanten arbeiten seit Monaten auf das Fest hin – von der Mobilisierung über die Planung bis zum Plakatieren. Sie überzeugen ihre Nachbarn, nach Köln mitzufahren. In Köln selbst werden Läden und Straßen abgeklappert. Unsere Leute haben da eine große Leidenschaft und hängen sich wirklich rein. Die wollen, dass das Festival und die es tragenden Gedanken Erfolg haben und immer mehr Menschen überzeugen.

Alev Bahadır ist Bundesvorsitzende der Föderation der Arbeitervereine (Demokratik İşçi Dernekleri Federasyonu, DIDF)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.06.2026, Seite 3, Inland

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