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Toter nach Polizeieinsatz

Ein Fall und viele mehr

Duisburg: 37jähriger stirbt nach Fesselung durch Polizei

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Blaulichtmeldung nach Blaulichtmeldung

Ein Fall folgt dem anderen, wenn es um tödliche Polizeieinsätze geht. Wieder ist ein Mann nach einem Einsatz gestorben. Der 37jährige sei in der Nacht zum Sonntag in einer Wohnung in Duisburg an Händen und Füßen gefesselt worden und wenig später im Krankenhaus gestorben, wie die Polizei Düsseldorf und die Staatsanwaltschaft Duisburg am Donnerstag mitteilten. Todesursache laut vorläufigem Obduktionsergebnis: Sauerstoffmangel. Jetzt wird gegen sechs Polizisten und zwei Rettungskräfte ermittelt.

Der Darstellung nach wurden die Duisburger Beamten zu einer Wohnung im Stadtteil Neuenkamp gerufen, aus der Anwohner Schreie vernommen hatten. Dort habe sich ein Gast des Mieters im Badezimmer eingeschlossen. Die Obduktion lege eine Intoxikation des Mannes nahe. Er habe Möbel beschädigt und nicht auf die Ansprache der Einsatzkräfte reagiert. Daraufhin hätten diese sich Zutritt verschafft und den Mann in Bauchlage gefesselt. Dann habe er das Bewusstsein verloren. Er sei zunächst erfolgreich reanimiert worden, aber im Krankenhaus gestorben. Ein Zusammenhang mit der Fesselung sei nicht auszuschließen, heißt es. Der Verdacht lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge im Falle der sechs Polizisten und Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen im Falle der zwei Rettungssanitäter.

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Nicht selten kommen in Deutschland Menschen im Rahmen von Polizeimaßnahmen zu Tode. Anfang Juli hatte ein Beamter in Remscheid einen 42jährigen erschossen. Wellen schlugen die Fälle des 21 Jahre alten Schwarzen Lorenz A., der 2025 in Oldenburg von einem Polizisten mit vier Schüssen in den Rücken niedergestreckt worden war, und des 16jährigen Senegalesen Mouhamed Dramé, der 2022 in Dortmund fünf Polizeischüssen zum Opfer gefallen war. Aber auch Fixierungen haben immer wieder gravierende Konsequenzen: Ein Einsatz in Köln im April hinterließ den Venezolaner Pedro Corona nach Fesselung in Bauchlage mit einem irreparablen Gehirnschaden; Grund: Sauerstoffmangel. Und 2023 starb Danny Oswald in Berlin, nachdem er am Boden gefesselt worden war. Er hatte über Atemnot geklagt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.07.2026, Seite 4, Inland

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