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»Lasst Mumia Abu-Jamal endlich frei!«
Weltweit wurde anlässlich seines 72. Geburtstags für den gefangenen US-Bürgerrechtler demonstriert
Als der US-Bürgerrechtler Mumia Abu-Jamal am vergangenen Freitag im Gefängnis Mahanoy in Pennsylvania 72 Jahre alt wurde, konnte er sich sicher sein, trotz seiner fast 45jährigen politischen Haft nicht vergessen, sondern Teil einer globalen Bewegung zu sein, die sagt: »Eine andere Welt ist möglich!« In der zentralisierten Justizverwaltungsstelle für Gefangenenpost füllten sich nämlich die Postsäcke mit Geburtstagsgrüßen aus den USA, Lateinamerika, Europa und weiteren Weltregionen, in denen ihm Gerechtigkeit und Freiheit gewünscht werden. Jede Sendung ruft den US-Behörden die Forderung zu, die auch auf vielen Kundgebungen anlässlich Abu-Jamals Geburtstag am 24. April skandiert wurde: »Lasst ihn endlich raus – genug ist genug! Free Mumia!«
So geschah es auch von Mexiko-Stadt bis nach Europa. Im Rahmen der überregionalen »Mumia Week 26« fand in Frankfurt am Main eine Mahnwache vor dem US-Generalkonsulat statt, und in Berlin zeigte das lokale Bündnis seine Solidarität mit Abu-Jamal vor der von der Polizei abgeriegelten Vertretung der USA. Auch vor den US-Botschaften in Paris und London gab es Kundgebungen.
In Philadelphia ließ das Bündnis »Mobilization for Mumia« den ganzen Freitag über seinen Protest direkt vor der Bezirksstaatsanwaltschaft laut werden. Diese repressive Behörde verhindert seit jeher, dass Mumia Abu-Jamal ein neues und faires Verfahren erhält. In Redebeiträgen kündigte das Bündnis an, dass Staatsanwalt Larry Krasner ab sofort wöchentlich mit der Forderung konfrontiert werde, endlich die Beweise für die Unschuld Abu-Jamals gerichtlich überprüfen zu lassen. Angesichts der aktuellen Weltlage betonten die Mitglieder der »Free Mumia«-Kampagne gemeinsam mit dem Bündnis »Philly Palestine Coalition« den antiimperialistischen Charakter der diesjährigen Aktionen. In einem Teach-in »für gemeinsames Lernen von den politischen Gefangenen in den Kerkern Israels und der USA« debattierten sie über die Ursachen der »gegen uns alle gerichteten Systeme der Ausgrenzung und Ausbeutung«.
Unter dem Motto »Von Philadelphia bis Palästina – Freiheit für alle Gefangenen!« hatten sich am 18. April mehr als 50 Menschen im Rittenhouse Square Park in Philadelphia versammelt. Sie bedeckten eine Wiese mit Hunderten roten Dreiecken, die für jene Palästinenser stehen, denen in Israel künftig die Todesstrafe droht. In Redebeiträgen verurteilten die Teilnehmenden »die genozidale Todesstrafe für palästinensische Geiseln« und stellten laut Workers World einen Zusammenhang »zu den Todesfällen in den Gefängnissen Pennsylvanias und in imperialistischen Folterkellern auf der ganzen Welt« her.
In Französisch-Guyana im Nordosten Südamerikas wurde am vergangenen Donnerstag der Marsch »Tambiko ya Uhuru« (Swahili für »Ritual der Freiheit«) gestartet. Er führte rund 60 Kilometer von Kourou nach Rémire. Die Unabhängigkeitsbewegung widmete ihren jährlich stattfindenden »Marsch für Reparationen« in diesem Jahr Mumia Abu-Jamal und dem früheren politischen Gefangenen Jean-Claude »Koyo« Ringuet. Besonders geehrt wurde der ehemalige Vorsitzende der Gewerkschaft der Werktätigen Guyanas (UTG) sowie der Nationalen Volkspartei Guyanas (PNPG), da er kürzlich im Alter von 77 Jahren verstorben war, wie die Tageszeitung France-Guyane berichtet. Die UTG bedauert, dass Kourou nur als Standort der Europäischen Weltraumorganisation ESA bekannt ist, nicht jedoch als Schauplatz der für den Bau des Weltraumbahnhofs durchgesetzten Enteignung von Bewohnern, die das Land ihrer versklavten Vorfahren bewirtschafteten. Koyo und Mumia haben beide durch ihre Arbeit bestätigt: »Lügen verbreiten sich schnell, aber die Wahrheit bleibt bestehen«, so die Gewerkschaft.
Bereits zu Beginn der »Mumia Week 26« hatte das US-amerikanische Prison Radio erklärt, in den Jahrzehnten von Mumias Haft seien ganze politische Regime und Epochen entstanden und wieder verblasst. »Doch er bleibt beständig, unerschütterlich und ungebrochen.« Mumia weigere sich zu schweigen, bestehe darauf, in seinen Texten und Kommentaren die Realität darzulegen, und »erhebt weiter seine Stimme, die eigentlich hinter den Mauern zum Schweigen gebracht werden sollte« – was den Herrschenden jedoch nicht gelungen ist.
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