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Ig-Nobelpreis des Tages: Kölner Datingstudie

Foto: Nong/unsplash
Geheimnis jeder Beziehung: Gemeinsam aufs politische Spektrum blicken

Das Politische ist privat. Wer will sich schon das Rührei teilen mit einem, der daran arbeitet, die Welt schlechter zu machen? Schatz, wie läuft es denn bei der AfD, ich wink dir nachher von der Gegendemo aus zu. Es gibt Paare, die können das, abhängig vom Charakter und davon, wie tief die politische Kluft ist. Den Wissenschaftsbetrieb wieder trennt eine Kluft vom Leben, daher er ständig Fragen stellt, die der Verstand längst beantwortet hat.

Von der Sorge getrieben, eines Tages die Zeit im Institut mit ­Candy Crush verbringen zu müssen, sucht man stets neue Projekte. Auch Mitteleinwerben ist ein Timekiller, fühlt sich aber besser an als Daddeln. So haben die Kölner Soziologen Hudde und Taflinger 1.097 Probanden aus den USA auf ihr Datingverhalten hin untersucht. Und tatsächlich, Menschen, die sich den Demokraten zurechnen, zeigen wenig Interesse an Menschen des republikanischen Lagers und umgekehrt. Das politische Urteil färbe die Bewertung auch aller anderen Eigenschaften ein, von »Intelligenz« bis zu »Werten, Lebensstil, Charakter«. Endlich weiß man, dass die meisten Menschen ihr Leben nicht mit politischen Gegnern verbringen wollen, Andersdenkende für dumm halten und aus politischen Fragen kulturelle machen.

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Demokratische Frauen übrigens seien besonders stark von politischen Aversionen geleitet. Während die Forscher hier Vorurteile am Werk sehen (»Das geschieht, glaube ich, vorschnell, denn so stereotyp sind die Menschen in der Realität meist nicht«), läge vielleicht auch der Gedanke nahe, diese Aversion könnte damit zu tun haben, dass der Leader der republikanischen Partei einst prahlte, wie leicht es ihm sei, Frauen in den Schritt zu fassen, und die republikanische Basis Tim Walz als »Tampon-Tim« verspottete, weil der sich für die kostenlose Verteilung von Hygieneprodukten an Schülerinnen eingesetzt hatte.

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.06.2026, Seite 3, Ansichten

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