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»Ende Gelände« startet Aktionen gegen Gaskraftwerke
Klimaschützer protestieren gegen Ausbau fossiler Energieinfrastruktur. Aufrüstungslogik angeprangert
Ende Gelände« – das Aktionsbündnis, das seit Jahren durch unter anderem Proteste im Rheinischen Braunkohlerevier oder dem Hambacher Forst Tausende Menschen zusammenbringt – ist wieder am Start für die Klimagerechtigkeit: Seit dem frühen Freitag morgen protestierten rund 1.500 Aktivisten in weißen Maleranzügen im gesamten Ruhrgebiet. Eine Gruppe von etwa 200 Menschen blockierte bereits ab 4.30 Uhr die Werkstore der zum Rüstungskonzern KNDS gehörenden Friedrich-Wilhems-Hütte, eine weitere Gruppe die Europipe AG in Mühlheim. »Ende Gelände«-Sprecherin Tomke Jansen sagte gegenüber jW: »Wir haben gezeigt, dass wir weiter gegen die Ungerechtigkeiten kämpfen werden.« Die Proteste würden sich ausdrücklich nicht gegen die Beschäftigten im Ruhrgebiet richten, sondern seien ein Kampf »für eine lebenswerte Zukunft für alle«.
Seit 2022 mobilisiert das Bündnis erstmals wieder für eine großangelegte Massenaktion. Die Aktivisten haben in den letzten Jahren beispielsweise gegen den Bau der LNG-Terminals in Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Sassnitz auf Rügen sowie gegen einen Gasbohrturm im bayerischen Reichling protestiert. Gegen den Ausbau von Infrastruktur für Erdgas ging es in diesem Jahr erneut, den fossilen Energieträger, auf den die neue Bundeswirtschaftsministerin besonders erpicht ist.
Im Gange sind seit Freitag weitere Aktionen gegen die Pläne der Bundesregierung, 20 neue Gaskraftwerke zu bauen. Wie auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Hamm verkündet, richtet sich der Protest gegen »fossile Ausbeutung« und Kriegslogik gleichermaßen. Die Aktivistinnen und Aktivisten erkennen einen engen Bezug von Gas zur Rüstungsindustrie und problematisieren diese in ihren Zielen. Juan Pablo Gutiérrez, Klimagerechtigkeits- und Menschenrechtsaktivist aus Argentinien und Delegierter der indigenen Yukpa, beschreibt diese Zusammenhänge in einer Erklärung vom Donnerstag: »Militarisierung und Rohstoffraub sind zwei Gesichter derselben Logik: die Kontrolle von Gebieten, die Sicherung von Ressourcen und die Herrschaft über das Leben durch Angst.« Während Wälder brennen und ganze Gebiete austrocknen, stellten europäische Regierungen nun weiter Milliardenbeträge für die militärische Aufrüstung und neue Energieprojekte bereit, erklärt Gutiérrez weiter. »Es wird aber keinen Frieden geben, solange die Weltwirtschaft weiterhin auf Energieausbeutung und Machtkonkurrenz ausgerichtet ist«, ist er sich sicher.
Vor Problemen und Risiken, die Gas nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Verteilung des Reichtums und die Abhängigkeit der Menschen von Energiekonzernen darstellt, warnte Tomke Jansen explizit: »Gas ist ein Klimakiller und Brandbeschleuniger für ökologische und soziale Zerstörung!« Gas sei die teuerste Art, Strom zu erzeugen. Energiekonzerne würden für private Profite die Preisspirale immer weiter nach oben schrauben. Und: »Gas verteilt Reichtum von unten nach oben! Dafür zahlen wir nicht länger. Wir wollen selbst entscheiden, wie und für wen Energie erzeugt wird, und kämpfen für eine Vergesellschaftung der Energiekonzerne«, sagte Jansen.
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