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06.06.2026
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Tag des Tages: Tag der Bundeswehr
Fritze Merz betont, die Regierung, der er vorsteht, möchte Zusammenhalt in der Gesellschaft stiften. Und da ist es doch ganz im Sinne der Community, die Jugend in den Krieg zu schicken. Das verspricht Wohlstand für alle Beteiligten, denn der Bundeswehr stehen finanzielle Mittel zu, von denen andere nur träumen können. Um den Plan der Koalition, die deutschen Landser zur konventionell stärksten Armee Europas zu machen, zu verwirklichen, sind in diesem Jahr schon 108 Milliarden Euro geflossen. Für Krieg gibt es ein Füllhorn aus dem Bundeshaushalt. Der grenzenlosen Empathie unseres Bundeskanzlers zufolge schrecke Stärke die Aggression von außen ab, hingegen lade Schwäche zur Eroberung ein. Da ist es überaus sinnvoll, das üppige Geld, statt es in so überflüssige Dinge wie Bildung zu stecken, mit kräftig Showeffekt an der Front zu verpulvern. Und diese jungen Leute können ruhig auch mal den Kopf hinhalten, hat ja Opa auch schon gemacht.
Um die letzten unentschlossenen Lümmel vom Militär zu überzeugen, wird nicht nur allerorten Werbung für die Truppe gemacht, sondern ganz handfest am Sonnabend der Tag der Bundeswehr begangen. Da wird aus dem Vollen geschöpft: Die ganze Vielfalt der Todeslust, von Luftwaffe bis Marine, wird bei Panzerfahrten und Waffenvorstellungen präsentiert. Da geht dem flecktarnvernarrten Jungspund das Herz auf. Der Sinn des Tages ist keineswegs ein netter Wochenendspaß für Familien, sondern so viel Frischfleisch wie möglich für den Dienst an der Waffe zu ziehen. Wehrkraftzersetzender Defätismus wie der »Merz leck Eier«-Spruch hat an diesem Tag nix zu suchen. Mittlerweile ist sowieso ein weniger justiziabler Begriff im Umlauf – und auch schon zum Jugendwort des Jahres 2026 vorgeschlagen worden. Am 10. Oktober wird auf der Frankfurter Buchmesse geklärt, ob »Mehrzweckeier« gewonnen hat.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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