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29.05.20264 Leserbriefe
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Was soll diese Kriegsklinik kosten?
Köln will Hunderte Krankenhausbetten streichen und plant zugleich ein Bunkerkrankenhaus, kritisiert Eva Gürster
Der Klinikstandort im rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Merheim soll mit dem Krankenhaus Holweide und der Kinderklinik zu »einem modernen Gesundheitscampus« zusammenwachsen. So jedenfalls sieht es ein Ratsbeschluss vom 15. Juni 2023 vor. Was haben Sie dagegen?
Von Zusammenwachsen kann keine Rede sein. Hier geht es ganz klar um den Abbau von 400 Planbetten. Zudem ist von der Kämmerin der Stadt geplant, 381 Planstellen abzubauen. Es geht also nicht ansatzweise um eine Zusammenlegung, sondern ganz klar um eine Verkleinerung und Konzentration. Angefangen hat alles mit dem Schließungsbeschluss für das Krankenhaus Holweide 2019, später kam dann der Beschluss vom Stadtrat, auch die Kinderklinik zu schließen. Als Begründung wurde auf die Defizite verwiesen, die aber Ergebnis politisch gewollter Unterfinanzierung der Krankenhäuser sind. Von Anfang an gab es Widerstand, die Schließungen sind bis heute noch nicht umgesetzt. Im Stadtbezirk wären von der Abwicklung des einzigen Krankenhauses in Holweide übrigens 150.000 Menschen betroffen, die dann wesentlich weitere Wege und längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssten – und das, wohlgemerkt, auch in einer Notfallsituation.
Für Sonnabend rufen Sie zu einer Protestkundgebung am Klinikstandort Merheim auf. Neben den Klinikschließungen und der Konzentration in Merheim lehnen Sie auch noch eine dort geplante unterirdische Intensivstation ab. Was hat es damit auf sich?
Die unterirdische Intensivstation ist in Wirklichkeit eine Kriegsklinik. Im Frühjahr 2025 wurde bekannt, dass die für Katastrophenschutz in Merheim zuständige Notfallmedizinerin, Katja Scholtes, und die Geschäftsführung der Kliniken Köln, Daniel Dellmann und Axel Goßmann, sich dafür einsetzen, ein zweigeschossiges, unterirdisches Parkhaus zu bauen, das im Katastrophen- oder Kriegsfall als ein »Pop-up-Krankenhaus« mit 600 Betten dienen soll. Das heißt, von den heute vorhandenen 1.400 Planbetten bei den Kliniken Köln, sollen nach den Schließungen in Holweide und der Kinderklinik Amsterdamer Straße nur noch 1.000 zivile Planbetten übrig bleiben. Zusätzlich sollen aber 600 militärische Betten in dem Bunkerkrankenhaus zur Verfügung stehen.
Hierzu hat man sich auch Rat aus Israel, vom Sheba Medical Center in Tel Aviv, geholt, das als Vorbild für eine solche Pop-up-Klinik dient. In einem Beitrag im WDR-Fernsehen im Februar stand Axel Goßmann mit einer Redakteurin auf dem Hubschrauberlandeplatz in Merheim, zeigte in Richtung Militärflughafen Köln-Wahn und nannte ihn für den NATO-Bündnisfall »das Drehkreuz in Europa«, an dem 1.000 verwundete Soldaten täglich anlanden würden. Es soll also um die Fähigkeit gehen, Krieg zu führen.
Was soll die Kriegsklinik kosten?
Von 40 Millionen Euro ist die Rede. Im Landtag war der Plan schon Gegenstand eines Ausschussberichtes. Es gibt offensichtlich Diskussionen, wer das bezahlen müsste, denn für den Katastrophenschutz ist das Land, für die Kriegsertüchtigung ist der Bund zuständig. Die Geschäftsführung zeigt sich zuversichtlich und meint, alle wären dafür.
Wer hat im Kölner Stadtrat für die Schließung der beiden Klinikstandorte gestimmt?
Federführend sind der OB und die Spitzen der Ratsfraktionen von CDU, SPD, Grünen. Die AfD war auch schon immer für die Schließung. Das BSW hat am 19. März 2026 einen Antrag auf eine Rücknahme des Schließungsbeschlusses und der Pläne zur Ausstattung des Krankenhauses Merheim mit den unterirdischen Intensivstationen für den Kriegsfall eingebracht. Dieser Antrag stützte sich auf 91.000 Unterschriften. Die Kölner Bevölkerung ist gegen die Schließung. Trotzdem hat dem BSW-Antrag nur die Linke zugestimmt. CDU, SPD, Grüne und AfD waren dagegen und redeten von »Katastrophenschutz«. Die Betreiber des Baus der Bunkerklinik haben offenbar Sorge, dass ihr Vorhaben weiter bekanntwird.
Wir halten an den Forderungen fest und machen deshalb unsere Kundgebung am Samstag um 12.30 Uhr auf dem Krankenhausgelände in Merheim genau dort, wo die unterirdische Kriegsklinik errichtet werden soll. Wir laden alle ein, daran teilzunehmen!
Eva Gürster ist aktiv in einem Zusammenschluss von Betroffenen, Bürgern aus Holweide und Beschäftigten der Kölner Krankenhäuser
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Nagel aus Mülheim an der Ruhr 1. Juni 2026 um 07:26 UhrKlar, ein Interview ist eine Meinungsäußerung, und das ist ja grundsätzlich ok. Wenn aber Fakten verdreht werden und aufgrund dieser Behauptungen andere Personen zum Protest aufgerufen werden, ist das nicht ok. Erstens: Hier werden schon einmal Dinge vermischt, die nichts miteinander zu tun haben. Das Krankenhaus Holweide ist im Prinzip seit Jahren »tot« (seit 7 Jahren); die jetzt vorgesehene Fusion der noch künstlich am Leben erhaltenen Leistungsbereiche zeigt doch: Krankenhausplanung funktioniert (in NRW)! Hier wurde der Bedarf an Krankenhausleistungen ermittelt und festgestellt, dass es trotz des Schließungsbeschlusses einen lokalen Bedarf gibt. Da das aktuelle Haus diese Leistungen aber auf Dauer nicht sicherstellen kann, soll dieses mit dem deutlich größeren Haus in Merheim verschmolzen werden. Schlecht wäre es, wenn die Leistungsbereiche aus Holweide sowie die Kinderklinik eben nicht in Merheim erbracht werden dürften – das ist aber nicht der Fall. Zweitens: Es gibt keine »geheime Kriegsklinik«. Es wird sogar offen für diesen Erweiterungsbau geworben und die Lösung präsentiert. Ja, es geht um die Frage, wie kann Krankenhausversorgung möglich sein, wenn es einen Kriegsfall gäbe und oberirdisch Bombengefahr droht. Das nun in diesem Interview ausgerechnet Israel als Beispiel herhalten muss, zeigt das »Framing« das hier erfolgt. Das eigentliche Vorbild ist die Universitätsklinik in der finnischen Hauptstadt Helsinki, welche in der vergangenen Zeit von vielen deutschen Klinikbetreibern, kommunal Verantwortlichen und Architekten besucht wurde. Ich würde einmal behaupten, dass Finnland recht unverdächtig für das Führen eines Angriffskrieges ist, oder? Was ist verwerflich daran, an die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Krisenzeiten zu denken? Dieses Modell wird Schule machen und sicher auch an anderen Standorten verwirklicht werden, wenn dort Neubauten anstehen. Auch ohne Militärflughafen in der Nähe.
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Onlineabonnent*in Franz S. aus R. 1. Juni 2026 um 14:47 Uhr»Ich würde einmal behaupten, dass Finnland recht unverdächtig für das Führen eines Angriffskrieges ist, oder?« Finnland ist seit 2023 Mitglied in einem Bündnis, das sich mit Angriffskriegen auskennt (siehe Überfall auf Jugoslawien 1999), und kann diesbezüglich eigene Erfahrung einbringen: Finnland beteiligte am Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion im Juni 1941. Kontinuität auf finnisch.
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Siegfried Herkner aus Schwerin 29. Mai 2026 um 12:56 UhrSehr geehrte Leser, kaum jemand erwähnt, dass die SPD die Kriegskredite zum I. Weltkrieg mitbewilligt hat. Den Afghanistankrieg hat Rot-Grün genehmigt und damit den Flüchtlingsstrom aus Afghanistan ausgelöst hat. Heute unterstützt die SPD den Krieg in der Ukraine. Klaus von Dohnanyi sagte: »Was geht uns der Nachbarschaftsstreit Russland mit der Ukraine an?« Wann fordert Deutschland endlich Schadenersatz für die Sprengung von Nordstream II, wie der Ex-BND-Chef Hanning forderte, wann regiert unsere Regierung gem. ihrem Eid zum Wohle des deutschen Volkes?!? »Mit der sogenannten Stalin-Note vom 10. März 1952 bot der sowjetische Diktator Josef Stalin den Westmächten (USA, Großbritannien, Frankreich) die Wiedervereinigung eines neutralen, demokratischen Gesamtdeutschlands mit eigener Armee an. Der Westen und Bundeskanzler Konrad Adenauer lehnten dies ab, um die Westintegration der Bundesrepublik nicht zu gefährden. Kernelemente des Angebots Wiedervereinigung & Grenzen: Ein geeintes, souveränes Deutschland. Bündnisverbot: Das Land sollte neutral sein und keinem militärischen Bündnis gegen eine der Siegermächte beitreten. Militär: Nationale Streitkräfte und die Rüstungsproduktion zur eigenen Verteidigung wären erlaubt. Demokratie und Rechte: Die Sowjetunion forderte demokratische Rechte (Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit) für das gesamte deutsche Volk sowie die Auflösung aller militaristischen Gruppen.« Wir brauchen ein friedliebendes und neutrales Deutschland, das mit allen Nachbarn gute Beziehungen pflegt. Leider hat die USA Angst, dass Deutschland und Russland gemeinsam zu mächtig werden, nur darum geht es bei der Kriegstüchtigkeit! Mit freundlichen Grüßen S. Herkner ORR a.D.
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Reinhard Hopp aus Berlin 29. Mai 2026 um 10:59 UhrDen Krieg muss man sich schon was kosten lassen; da muss das Leben halt zurückstecken – ist ja auch nicht so wichtig!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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