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Kubas Präsident: Genozidale Blockade ist der Grund für Energiekrise

Foto: Ramon Espinosa/AP/dpa
Nächtlicher Protest angesichts von Stomausfällen infolge der US-Energieblockade in Havanna (13.5.2026)

Aufgrund von weitreichenden Stromausfällen ist es laut Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht auf Donnerstag in Außenbezirken von Havanna zu kleinen Protesten von Hunderten Menschen gekommen. Am Mittwoch (Ortszeit) hatte sich der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez in einer in sozialen Netzwerken verbreiteten Botschaft zur Lage des nationalen Stromnetzes geäußert:

Die Lage des nationalen Stromnetzes ist in den vergangenen Tagen besonders angespannt. Für den heutigen Tag wird ein Defizit von mehr als 2.000 Megawatt zur Zeit des höchsten Bedarfs bzw. der nächtlichen Spitzenlast prognostiziert.

Diese dramatische Verschärfung hat einen einzigen Grund: die genozidale Energieblockade, die die USA unserem Land auferlegen, indem sie jede Nation, die uns mit Treibstoff versorgt, mit irrationalen Zöllen bedrohen. An diesem Mittwoch beispielsweise beläuft sich der Stromerzeugungsausfall in Kuba aufgrund der durch diese kriminelle Blockade verursachten Treibstoffknappheit auf 1.100 Megawatt. Der beste Beweis für unsere Behauptung ist die spürbare Verbesserung der Stromversorgung im April. Die Einfahrt eines einzigen Tankers in einen kubanischen Hafen – von mindestens acht, die jeden Monat benötigt werden – ermöglichte es, das Defizit zu verringern und damit die Stromausfälle, die zwar nicht ganz verschwunden sind, aber doch gemildert werden konnten.

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In den vergangenen Tagen zeigten sich US-Medien, die der kriegerischen Agenda der Bundesbehörden dieses Landes dienen, verunsichert angesichts des heldenhaften Widerstands des kubanischen Volkes und der Standhaftigkeit und unerschütterlichen Einheit unserer Regierung. Sie mussten anerkennen, dass Kuba trotz der brutalen Maßnahmen zur wirtschaftlichen und energetischen Erstickung, die die USA verhängt haben, bestehen bleibt und kein gescheiterter Staat ist. (…)

Was die Sprecher des US-Regimes der Welt als direkte Folge einer Misswirtschaft der kubanischen Regierung darzustellen versuchen, ist in Wirklichkeit das Ergebnis eines perfiden Plans, der darauf abzielt, die Entbehrungen und Schwierigkeiten des Volkes auf ein extremes Niveau zu treiben. Weder die vor mehr als sechs Jahrzehnten verhängte Blockade noch die 243 Verschärfungsmaßnahmen der ersten Trump-Regierung konnten die Revolution zerstören. Deshalb haben sie eine Durchführungsverordnung erlassen, die die Treibstofflieferungen nach Kuba vollständig blockiert, sowie eine weitere, die diejenigen verfolgt und bestraft, die mit Kuba Handel treiben oder dort investieren. Es handelt sich um einen perfiden Plan, dessen Hauptziel das Leiden des gesamten Volkes ist, um es als Geisel zu nehmen und gegen die Regierung aufzubringen.

Die Lockerung einiger Blockademaßnahmen vor wenigen Jahren hat zweifellos gezeigt, wie sehr die Völker Kubas und der USA, die Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern sowie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung unserer Nation davon profitieren könnten (…). Diese Verbesserung wird von einer kleinen Gruppe von Rechtsextremen gefürchtet, die die Politik gegenüber Kuba gekapert haben und bewusst und zynisch über die kubanische Realität lügen oder Fehlinformationen verbreiten, während sie mehr Unterdrückung und Drohungen gegen unser Volk fordern.

Unsere Antwort bleibt dieselbe: Immer bereit zum Dialog auf Augenhöhe, werden wir weiter Widerstand leisten und werden weiter kreieren, in der immer stärkeren Überzeugung, dass es an uns liegt, mit eigener Kraft die enormen Schwierigkeiten zu überwinden, vereint als Nation und standhaft, um den härtesten Herausforderungen zu begegnen.

Themen:
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Erschienen in der Ausgabe vom 15.05.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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