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21.04.2026
- → Ausland
Starmer stark strapaziert
Britischer Premier rechtfertigt sich im Parlament wegen Mandelson
Einen so guten Mann wie Peter Mandelson wollte die britische Regierung unter Keir Starmer offenbar nicht missen – Epstein-Verbindungen hin oder her. Mit den Folgen dieser fatalen Personalentscheidung muss sich der Premierminister allerdings bis heute herumschlagen. Am Montag nachmittag hatte sich der Labour-Chef im Unterhaus für die Affäre zu verantworten. Eigener Ankündigung nach wollte er den Abgeordneten »die relevanten Fakten darlegen«.
Zuvor hatten führende Politiker erneut Starmers Rücktritt gefordert. Der Guardian hatte vergangene Woche offengelegt, dass Mandelson seinen Posten erhalten habe, obwohl er durch die behördliche Sicherheitsüberprüfung gefallen war. Der frühere Wirtschaftsminister und EU-Kommissar, den Starmer Ende 2024 zum britischen Botschafter in den USA ernannt hatte, ist wegen seiner engen Kontakte zum Sexualverbrecher und politischer Strippenzieher Jeffrey Epstein in Ungnade gefallen. Während seiner Zeit als Regierungsmitglied soll er Informationen an den US-Milliardär weitergegeben haben. Darüber, dass er die Überprüfung nicht bestanden habe, wollen Starmer und andere Kabinettsmitglieder aber nicht im Bilde gewesen sein, beteuerte der Premier am Freitag. Dennoch hatte ein hoher Beamter im britischen Außenministerium, Olly Robbins, am Donnerstag seinen Platz räumen müssen.
Die jüngsten Rücktrittsforderungen kamen unter anderem vom Chef der rechten Partei Reform UK, Nigel Farage, und der konservativen Oppositionsführerin Kemi Badenoch. Am Wochenende schlug auch Schottlands Regierungschef John Swinney in die gleiche Kerbe. Rückendeckung bekam Starmer unterdessen von mehreren Ministern seiner Labour-Partei. »Ich denke, er ist ein ehrlicher Mensch und integrer Mann«, bekundete zum Beispiel Technologieministerin Liz Kendall. Und ein integrer Mann kann sich in einem guten Mann schließlich auch mal irren.
Zumindest in Großbritannien haben die Epstein-Verstrickungen also Konsequenzen, wenn auch überschaubare. Der Druck hat auch das Königshaus erreicht. Am 25. April jährt sich der Suizid von Epstein-Opfer Virginia Giuffre zum ersten Mal. Sie hatte dem britischen Exprinzen Andrew Mountbatten-Windsor vorgeworfen, sie mehrfach missbraucht zu haben.
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