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Nahostkonflikt

Ruf nach Diplomatie

Pakistan will weiter zwischen USA und Iran vermitteln. Zugleich verstärkt das Land seine Truppen in Saudi-Arabien

Foto: Muhammad Sajjad/AP/dpa
Schlange stehen an der Tankstelle: Auch in Pakistan wird wegen des Iran-Kriegs Treibstoff knapp (Peschawar, 18.3.2026)

Pakistan hat sich nicht nur bereit erklärt, noch diese Woche in ­Islamabad eine zweite Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den USA auszurichten, wie AP am Dienstag unter Berufung auf anonyme Quellen meldete. Schon am Sonnabend hatte das saudische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass zusätzliche pakistanische Streitkräfte im Königreich stationiert worden seien. Medienberichten zufolge besteht das Militärkontingent aus rund 13.000 Soldaten und zehn bis 18 Kampfflugzeugen, die auf dem Luftwaffenstützpunkt »König Abdulasis« im Osten des Landes gelandet seien. Bereits in Saudi-Arabien präsent waren bis zu 10.000 pakistanische Soldaten. Die neue Stationierung erfolge im Rahmen eines gemeinsamen strategischen Verteidigungsabkommens, das beide Seiten im September unterzeichnet haben. Es sieht vor, dass jeder Angriff auf eine der beiden Nationen als Aggression gegen beide betrachtet wird.

Zugleich übt Saudi-Arabien laut Wall Street Journal gegenwärtig Druck auf die USA aus, ihre Blockade der Straße von Hormus aufzuheben, und fordert seinerseits eine Rückkehr zu den bisher gescheiterten Friedensverhandlungen. Der jüngste Schritt der USA, Schiffe daran zu hindern, iranische Häfen anzulaufen, zielt darauf ab, den Druck auf Teheran zu erhöhen, die wichtige Ölroute wieder zu öffnen. Riad befürchtet jedoch, dass Iran zur Vergeltung auch die Meerenge von Bab Al-Mandab sperren könnte, einen für die verbleibenden Ölexporte des Königreichs entscheidenden Engpass am Roten Meer. Die US-Blockade trat am Montag nachmittag in Kraft. Jüngsten Berichten zufolge hat jedoch mindestens ein chinesischer Öltanker seitdem die Straße von Hormus erfolgreich durchquert.

In den ersten Tagen des US-israelischen Angriffskriegs gegen Iran hatte Pakistans stellvertretender Premierminister und Außenminister Ishaq Dar berichtet, mit einer diplomatischen Intervention schwerere iranische Angriffe auf Saudi-Arabien verhindert zu haben. Am 3. März sagte Dar auf einer Pressekonferenz in Islamabad, er habe die iranische Führung darauf hingewiesen, dass Pakistan an das strategische gegenseitige Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien gebunden sei und Iran dies »im Hinterkopf behalten« solle. Nach Dars Angaben suchte die iranische Führung im Gegenzug eine Zusicherung, dass saudisches Territorium nicht für Angriffe gegen Iran genutzt werde. Dar behauptete, dem Iran diese Garantie gegeben zu haben, und fuhr fort, dass »im Gegensatz zu allen anderen Ländern Saudi-Arabien neben Oman, das als Vermittler fungierte, die wenigsten Angriffe hinnehmen musste«.

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Die militärischen Beziehungen zwischen Pakistan und Saudi-Arabien reichen bis ins Jahr 1967 zurück. Damals gingen beide Länder als Reaktion auf eine ägyptische Militärintervention im Jemen, die der Führung in Riad Sorge bereitete, eine formelle Sicherheitskooperation ein. Es war die Zeit des »arabischen kalten Krieges«, in dem sich ein »fortschrittliches« Lager mit Kairo an der Spitze und ein reaktionär-konservatives mit Riad im Zentrum gegenüberstanden. Nach der Islamischen Revolution im Iran unterzeichneten Pakistan und Saudi-Arabien 1982 ein neues Verteidigungsprotokoll, wonach Pakistan eine Division in Saudi-Arabien stationierte.

Die militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern rückte 2015 erneut in den Fokus, als die Frage nach einer Beteiligung Pakistans am von Saudi-Arabien angeführten Krieg gegen Jemen aufkam. Damals verabschiedete das Parlament in Islamabad eine Resolution, in der es Pakistans Neutralität in diesem Krieg erklärte. Dennoch entsandte Islamabad drei Jahre später ein neues Truppenkontingent nach Saudi-Arabien. Dieser Schritt löste eine innenpolitische Krise aus, wobei die Opposition der Armee und der Regierung vorwarf, sich dem Parlament zu widersetzen. Das pakistanische Militär verteidigte den Schritt jedoch mit der Behauptung, das Kontingent sei im Rahmen einer »Ausbildungs- und Beratungsmission« in das Königreich entsandt worden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.04.2026, Seite 6, Ausland

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