Äthiopien überführt
Von Ina Sembdner
Entsprechende Vorwürfe kursieren bereits seit einiger Zeit, nun sind sie vom Humanitarian Research Lab (HRL) der Universität Yale belegt worden: Ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht beinhaltet den »ersten eindeutigen visuellen Beweis«, dass die im benachbarten Sudan kämpfenden Paramilitärs der RSF über einen Zeitraum von fünf Monaten Angriffe von Äthiopien aus auf den sudanesischen Bundesstaat Blauer Nil ausgeführt haben. Konkret ausgehend von einer aktiven Basis des äthiopischen Militärs (nahe der Stadt Asosa in der Region Benischangul-Gumuz) und in Zusammenarbeit mit diesem. Äthiopien verstößt damit, wie es im Berichtheißt, »aktiv gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats«, so gegen jene, die Waffenlieferungen an die Konfliktparteien in der Region Darfur verbietet.
Die Region im Westen des Landes ist nach wie vor umkämpft, während die Armee unter De-facto-Präsident Abd Al-Fattah Al-Burhan die Kontrolle über den größten Teil des Landes in dem seit April 2023 laufenden Krieg wiedergewonnen hat. Millionen Menschen wurden seither vertrieben, mehr als 100.000 getötet. Der Süden Darfurs wird weiterhin von den Paramilitärs gehalten, flankiert von Massakern, wie im Fall der blutigen Einnahme der norddarfurischen Hauptstadt Al-Fascher im vergangenen Oktober mit Hunderten Toten. Die UNO sieht in den Attacken, die sich gegen die nichtarabische Bevölkerung richten, »typische Merkmale eines Völkermords«.
Darüber hinaus zeigten die vorgelegten Beweise, »dass jemand für eine logistische Operation bezahlt haben muss, die sich offenbar über drei Länder erstreckt«, so Nathaniel Raymond, Geschäftsführer von HRL, gegenüber Bloomberg. Anfragen der Agentur beim Militär und in Addis Abeba blieben vorerst unbeantwortet. Die Militärführung in Khartum hat wiederholt den Vereinigten Arabischen Emiraten die Finanzierung der Miliz vorgeworfen. Öffentlich verfügbare Videoaufnahmen sowie Flugdaten und entsprechende Berichte untermauern diese Vorwürfe.
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