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Chronik

Anno ... 14. Woche

1916, 30. März: Zentristische SPD-Reichstagsabgeordnete bilden in Berlin unter Führung von Wilhelm Dittmann, Hugo Haase und Georg Ledebour die »Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft«. Die Gründung ist eine Reaktion auf den zuvor erfolgten Ausschluss von 18 Abgeordneten aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Sie hatten am 24. März gegen den »Notetat« der Reichsregierung gestimmt, weil dieser neue Kriegskredite gewährte. Die »Arbeitsgemeinschaft« steht für einen Bruch mit der Burgfriedenspolitik der Parteimehrheit und bildet die Keimzelle der im April 1917 in Gotha gegründeten Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD).

1946, 31. März: Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs kommt es in der Berliner SPD zu einer Urabstimmung über die Beziehung zur KPD. Abgestimmt wird in getrennten Fragen darüber, ob die Mitglieder für eine sofortige Verschmelzung von KPD und SPD oder für ein Bündnis beider Parteien sind. Von 23.755 Abstimmenden ist eine Mehrheit von 19.529 gegen die Vereinigung. Die Abstimmung findet allerdings in den Westsektoren Berlins statt, im Ostteil wird sie nur eingeschränkt durchgeführt. 14.635 SPD-Mitglieder sprachen sich für ein Bündnis mit der KPD aus.

1966, 3. April: Die sowjetische Raumsonde »Luna 10« schwenkt als erster Satellit in eine Umlaufbahn um den Mond ein. Insgesamt umkreist die Sonde 460 Mal den Erdtrabanten und nimmt dabei Messungen vor.

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1986, 30./31. März: 100.000 Menschen protestieren am Osterwochenende im oberpfälzischen Wackersdorf gegen die dort geplante Wiederaufbereitungsanlage für Atombrennstäbe. Die Polizei setzt Knüppel und das Reizgas CS gegen die Demonstranten ein, es gibt Verletzte und einen Toten.

1991, 31. März: Die militärischen Strukturen des »Warschauer Vertrags über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand« – im Westen abfällig nur als »Warschauer Pakt« bezeichnet – werden aufgelöst. Das Ende des Vertrags der osteuropäischen sozialistischen Staaten selbst erfolgt am 1. Juli desselben Jahres.

1991, 1. April: Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (SPD) wird vor seinem Haus in Düsseldorf durch mehrere Gewehrschüsse ermordet. Das Attentat wird angeblich von einem »Kommando Ulrich Wessel« der Rote Armee Fraktion verübt, die Täter sind aber bis heute unbekannt. Birgit Breuel (CDU) wird Rohwedders Nachfolgerin im Amt des Präsidenten der Treuhandanstalt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.03.2026, Seite 15, Geschichte

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