Zum Inhalt der Seite
Chronik

Anno … 20. Woche

1796, 14. Mai: Der englische Landarzt Edward Jenner setzt erstmals ein von ihm entwickeltes Serum aus Kuhpockenviren ein. In anderen Weltteilen, vor allem im Osmanischen Reich, ist die Pockenimpfung zu der Zeit allerdings schon längst gebräuchlich.

1846, 13. Mai: Die USA erklären Mexiko offiziell den Krieg. US-Präsident James Knox Polk strebt mit dem Angriff die territoriale Ausdehnung der Vereinigten Staaten an. Im Vertrag von Guadalupe Hidalgo vom 2. Februar 1848 muss der Kriegsverlierer Mexiko ein über 1,3 Millionen Quadratkilometer großes Gebiet abtreten, auf dem später die Bundesstaaten Kalifornien, Arizona, Nevada und Utah gegründet werden. In den USA entsteht jedoch auch eine pazifistische Bewegung: Der Philosoph Henry David Thoreau ruft zum Ungehorsam gegenüber dem Staat auf.

1916, 15. Mai: Großbritannien und Frankreich schließen das »Sykes-Picot-Abkommen«, das die kolonialen Einflusssphären der beiden Mächte im Nahen Osten festlegt. Das nach den beiden Chefunterhändlern der zwei Staaten, François Georges-Picot und Mark Sykes, benannte Geheimabkommen legt fest, dass Syrien und Westkleinasien an Frankreich fallen, Mesopotamien und der größte Teil Arabiens unter britischem Einfluss stehen sollen. Für Palästina ist eine internationale Kontrolle vorgesehen.

Anzeige

1926, 12. Mai: Zum ersten Mal, soweit es nachgewiesen werden konnte, erreichen Menschen den geographischen Nordpol. Der norwegische Polarforscher Roald Amundsen überquert ihn zusammen mit dem italienischen Luftfahrtpionier Umberto Nobile in dem Luftschiff »Norge«, das einem Zeppelin ähnelt. Im Dezember 1911 hatte Amundsen bereits als erster Mensch den Südpol erreicht.

1946, 16. Mai: Im Gefängnis Hameln wird Bruno Tesch hingerichtet. Der Chemiker lieferte über seine Firma Tesch & Stabenow das ursprünglich als Insektizid entwickelte Zyklon B an die Vernichtungslager der Nazis, wo es zum industriell durchgeführten Massenmord genutzt wird. Tesch, der seit Mai 1933 NSDAP-Mitglied und förderndes Mitglied der SS war, wird im März 1946 von einem britischen Militärgericht zum Tod verurteilt.

1951, 15. Mai: Über alle Rundfunksender der DDR wendet sich Präsident Wilhelm Pieck an seinen westdeutschen Amtskollegen Theodor Heuss (FDP). Er fordert diesen auf, das Verbot der Volksbefragung gegen Remilitarisierung aufzuheben. Pieck bezeichnet es als verfassungswidrig und die Remilitarisierung als »größten und unheilvollsten Schaden, der Deutschland heute bedroht«. Heuss weist den Appell zurück und bekennt sich zu dem Verbot.

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 09.05.2026, Seite 15, Geschichte

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!