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Chronik

Anno … 18. Woche

1756, 1. Mai: In Versailles schließen Frankreich unter König Ludwig XV. und Österreich unter Erzherzogin Maria Theresia den »Vertrag von Versailles«. Damit vollzieht sich einer der spektakulärsten Wechsel politischer Allianzen in der Neuzeit. Seit dem frühen 16. Jahrhundert waren die Bourbonen und die Habsburger Erzfeinde. Aufgrund des Aufstiegs Preußens zu einer der führenden Militärmächte nähern sich die Länder wieder an.

1886, 1. Mai: In Chicago, Illinois, beginnt ein mehrtägiger Streik, dessen zentrale Forderung die Reduzierung der täglichen Arbeitszeit auf acht Stunden ist. In den Folgetagen versucht die Polizei, Demonstrationen gewaltsam aufzulösen, mehrere Arbeiter werden erschossen. Am 4. Mai wird eine Bombe in einer Menschenmasse gezündet, bis heute ist unklar, von wem. Acht Männer werden angeklagt und ohne Beweise verurteilt; vier von ihnen werden gehängt. Weltweit kommt es zu Protesten der Arbeiterbewegung.

1916, 30. April: Im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn wird die Sommerzeit eingeführt, bereits um 23 Uhr beginnt der 1. Mai. Die Energieeinsparungen sollen der Kriegswirtschaft in beiden Ländern helfen. Ihre Kriegsgegner England und Frankreich führen daraufhin ebenfalls die Sommerzeit ein. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte es bereits erste Sommerzeitregelungen in einzelnen kanadischen Städten gegeben.

1946, 29. April: In Tokio wird die Anklage gegen 28 politische und militärische Führer des Japanischen Kaiserreichs verlesen. Der Tokioter Prozess ist das Pendant zu den Nürnberger Prozessen. Am 12. November 1948 werden die Urteile verkündet. Fünf Generale, der ehemalige Generalstabschef Tojo Hideki und der ehemalige Premierminister Hirota Koki werden wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt, die meisten anderen Angeklagten zu lebenslanger Haft. Bereits bis Mitte der 1950er Jahre werden 14 Politiker und Militärs aber wieder entlassen.

1971, 3. Mai: Walter Ulbricht tritt als Generalsekretär des ZK der SED »aus gesundheitlichen Gründen« zurück. Sein Nachfolger wird Erich Honecker. Hinter der Entscheidung stehen Auseinandersetzungen innerhalb der Partei über den wirtschaftspolitischen Kurs, die Frage einer »Entspannungspolitik« gegenüber der BRD und das Verhältnis zur UdSSR unter Leonid Breschnew.

1991, 29. April: Nach rund 33 Jahren und der Herstellung von über drei Millionen Autos schließt im ehemaligen Volkseigenen Betrieb Sachsenring das Trabant-Werk in Zwickau. Zuvor ging schon am 10. April im Automobilwerk Eisenach der letzte Wartburg vom Band.

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.04.2026, Seite 15, Geschichte

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