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24.03.2026
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Die unglückliche Elf
Wirklich nichts Neues aus der dritten Liga – der Aufstiegskampf bleibt also spannend. Zumindest auf den Plätzen zwei und drei. Denn am Sonntag konnte Tabellenführer VfL Osnabrück durch einen knappen Sieg (1:0) bei der zweiten Wahl der TSG Hoffenheim gewinnen. Was für ein Lauf, wo es auf die Prime Time der Saison zugeht: Sechs Siege in Serie und sieben Punkte Vorsprung auf die Verfolger können sich sehen lassen. Und wieder einmal zeigt sich: Die bessere Defensive macht den Unterschied.
Cottbus’ Trainer Pele Wollitz hatte daher einen nicht so guten Sonntag. Am Tag zuvor bot sein Team vor heimischer Kulisse im Spiel gegen Abstiegskandidat SSV Ulm eher magere Kost, fing sich Mitte der ersten Hälfte ein Tor von Leon Dajaku ein und konnte erst durch das Zusammenspiel von Merveille Biankadi und Erik Engelhardt ausgleichen. Mehr Energie war nicht da. Ein Punkt sei beim derzeitigen Stand der Dinge aber »zuwenig«, so beide Trainer nach dem Abpfiff. Immerhin herzten sich Wollitz und Pavel Dotchev innig, seltene Bruderküsse unter Trainern, die trotz konträr ausgerichteter Tabellenlage nachvollziehen können, wie sehr unter Druck sich der andere gerade fühlt.
Noch am Sonnabend abend hatte sich der SC Verl, auch schon mal Nummer eins, aufgrund der Tordifferenz an den Lausitzern vorbeigekickt. Das 3:0 gegen Saarbrücken konnte nur Dotchevs Elf erfreuen, obwohl selbst für den äußerst erfahrenen Bulgaren acht Punkte zum Klassenerhalt, also auf Saarbrücken, eine Hausnummer sind. Tags darauf mussten der Energie-Coach und seine Mannschaft, viele Monate Spitzenreiter im schönen Wechsel mit dem MSV Duisburg, zwei weitere Partien der Konkurrenten abwarten. Im Spitzenspiel des Spieltages gewann Duisburg gegen den im Aufstiegsrennen noch nicht ganz chancenlosen TSV 1860 München mit 2:1. Und setzte sich ebenfalls nach Toren vor die Cottbusser. Schlimmer konnten die Lage nur noch die formstarken Rot-Weissen aus Essen machen, was sie auch taten. Im Abendspiel führte die Elf von Trainer Uwe Koschinat schon zur Halbzeit mit 2:0 bei der Viktoria aus Köln, die ihrerseits dem Verbleib in der Liga entspannt entgegensieht; Endstand: 1:2
Weniger spannend war es in der Abstiegszone. Im Keller der Tabelle dürften sich Schweinfurt und Havelse mit ihrem Schicksal abgefunden haben. Erzgebirge Aue konnte in einem tollen Match bei Wehen Wiesbaden wieder nicht gewinnen, musste sich in der 90. Minute sogar durch ein Tor von Terrence Boyd, das die Torlinie offensichtlich nicht überquert hatte, mit 2:1 geschlagen geben. Das ganze Erzgebirge hätte in diesem Moment sicher gern Geld für die Torlinientechnik bzw. den VAR zusammengelegt. Selbst Torschütze Boyd fand im anschließenden Interview mitfühlende Worte für die unglückliche Elf aus Aue, die jetzt sogar neun Punkte hinter Saarbrücken liegt, inklusive schlechterer Tordifferenz.
Und ja, Wunder im Fußball sind schon geschehen, aber äußerst selten, sonst wären sie ja keine.
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