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19.03.2026
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Am grünen Tisch
Der Afrikanische Fußballverband kürt Marokko nachträglich zum Afrika-Cup-Sieger
Der Skandal um den letzten Africa Cup of Nations geht weiter. Am Dienstag hat die Schiedskommission des Afrikanischen Fußballverbands CAF in zweiter Instanz entschieden, der Herrenmannschaft aus dem Senegal die Meisterschaft nachträglich abzuerkennen und diese Marokko zuzusprechen. Dies ist bei einem derartigen Wettbewerb ohne Präzedenzfall. Das Gremium argumentiert, dass Senegals Elf gemäß der Satzung des Turniers automatisch als Verlierer zu gelten habe, da sie beim Endspiel gegen Marokko in Rabat am 18. Januar den Rasen ohne Erlaubnis des Schiedsrichters verlassen habe. Folglich hätten die Gastgeber laut den Artikeln 82 und 84 des Reglements das Match mit 3:0 gewonnen.
Senegals Fußballverband FSF reagierte mit Empörung und bezeichnete das Urteil als »beispiellos und inakzeptabel«. Man werde Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne einlegen. Auch werde man den Pokal vorerst nicht zurückgeben, sondern abwarten, bis der Fall endgültig geklärt ist. Denn die Rechtslage ist nicht so eindeutig, wie es den Anschein hat. So hatte das Schiedsgericht in erster Instanz ganz entgegengesetzt entschieden und das Verlassen des Rasens zwar als Fehlverhalten gewertet und entsprechend bestraft, aber ein Abbruch des Spiels sei nicht erfolgt. Schließlich sei das Spiel nach der Rückkehr der senegalesischen Spieler aus den Kabinen regulär beendet worden.
Millionen Zuschauer, die das Spiel Mitte Januar an den Bildschirmen verfolgten, konnten sich ein eigenes Urteil bilden. Sie haben ein Finale erlebt, bei dem Schiebung offensichtlich war. So gewährte Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala kurz vor Ende der Nachspielzeit Marokko einen fragwürdigen Elfmeter, nachdem er kurz zuvor Senegal einen regulären Treffer aberkannt hatte. Das war auch der Grund, warum die »Löwen der Teranga« eine geschlagene Viertelstunde lang aus Protest das Spielfeld verließen. Bis Senegals Stürmer Sadio Mané seine Mitspieler zur Rückkehr überredete, Marokko den Elfmeter vergab und sich Senegal in der Verlängerung mit dem Treffer zum 1:0-Endstand den Titel erkämpfte.
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