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13.03.2026
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Mexiko antwortet auf US-Drohungen
Nein zu militärischer Intervention. Washington soll Waffenstrom stoppen
Nach der Aggression gegen Venezuela und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro sowie dessen Ehefrau Cilia Flores hat US-Präsident Donald Trump auch Mexiko mehrfach mit Militäreinsätzen gedroht. Zuletzt hatte er den südlichen Nachbarn am Sonnabend in Miami bei der Gründung seiner Allianz »Shield of the Americas« als »Epizentrum der Kartellgewalt« bezeichnet. Trump drohte mit einer »Entfesselung der militärischen Macht«, um die Kartelle zu besiegen. Zwei Tage später konterte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum. Sie forderte, die USA sollten zunächst den Waffenstrom aus ihrem eigenen Land stoppen.
Sheinbaum bekräftigte auf ihrer täglichen Pressekonferenz am Montag, dass ihre Regierung eine Beteiligung von US-Militärs an Operationen auf mexikanischem Territorium strikt ablehne. »Wir haben nein gesagt – und wir sagen weiterhin stolz nein«, sagte sie. Sicherheitsoperationen im Inland seien ausschließlich Sache mexikanischer Behörden. Washington könne Mexiko allerdings »sehr helfen«, indem es den illegalen Handel und den Schmuggel von Waffen über die Grenze stoppe. Nach Angaben der Regierung stammen mindestens 75 Prozent der in Mexiko beschlagnahmten Waffen aus den USA.
Seit Beginn ihrer Amtszeit wurden allein 24.122 Schusswaffen sichergestellt – die überwältigende Mehrheit made in USA. Gelänge es, diesen Zustrom einzudämmen, hätten die kriminellen Gruppen deutlich weniger Zugang zu Hochleistungswaffen, betonte Sheinbaum. Eine aktuelle Untersuchung des Internationalen Netzwerks investigativer Journalisten (ICIJ) belegte, dass mexikanische Kartelle sogar mit Munition eines Herstellers schießen, der der US-Regierung gehört. Von 137.000 seit 2012 beschlagnahmten Patronen des Kalibers 50 – einem Munitionstyp für schwere Maschinengewehre – stammten 47 Prozent aus der staatlichen Fabrik Lake City Army Ammunition Plant.
Für Sicherheitsexperten wie Rubén Ramos Muñoz von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass Washingtons »Krieg gegen Drogen« vor allem ein politisches Instrument ist. Tatsächlich diene der Kampf gegen Drogengewalt als Vorwand, um Druck auf Länder in der Region auszuüben. Während Trump anderen mit Militärangriffen drohe, blieben die eigentlichen Ursachen der Gewalt in den USA unangetastet: der exzessive Waffenbesitz, die laxen Gesetze und eine mächtige Lobby. Mit Zehntausenden Verkaufsstellen im Land und der Finanzierung von Wahlkampagnen sei die US-Waffenindustrie ein Akteur mit immensem Einfluss. Hersteller, Verkäufer und Schmuggler von Waffen würden in den USA faktisch rechtliche Immunität genießen.
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