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Konflikt im Maghreb

Marokkos König appelliert an Algerien

Rabat. Er galt einmal als Hoffnungsträger. Heute ist Mohammed VI. nicht nur in die Jahre gekommen, sondern auch gesundheitlich angeschlagen. Das war am Dienstag erneut unübersehbar, als Marokkos Staatsoberhaupt sein 26. Thronjubiläum beging. In der Rede, die der Monarch aus diesem Anlass hielt, zog er zunächst eine gemischte Bilanz der eigenen Herrschaft.

Zwar sei es gelungen, den wirtschaftlichen Aufbau voranzutreiben, so dass das nordafrikanische Land 2025 zum ersten Mal im »Human Development Report« der UNO unter die Länder mit »hoher menschlicher Entwicklung« gerechnet werde. Allerdings blieben insbesondere abseits der urbanen Zentren ganze Regionen abgehängt. Doch »es gibt keinen Platz, weder heute noch morgen, für eine Entwicklung in zwei Geschwindigkeiten«, betonte Mohammed VI.

Hervorgehobene Bedeutung hatte in der Thronrede das Verhältnis zu den »algerischen Brüdern«, denen der König angeblich »beständig eine offene Hand reicht«. Er mahnte, dass es eine »Maghrebunion« nur zusammen mit Marokko geben könne – Algier hatte das Projekt eines regionalen Zusammenschlusses zuletzt ohne Beteiligung Rabats wiederzubeleben versucht, da Marokko an seiner völkerrechtlich illegalen Besetzung der Westsahara festhält, während Algerien das Selbstbestimmungsrecht der Sahrauis hochhält.

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Mit Blick auf die Westsahara sprach der König die Hoffnung aus, dass der Konflikt auf Grundlage des marokkanischen Plans einer »Autonomie« für die alte spanische Kolonie gelöst werden könne, zumal sich nach den USA, Spanien und Frankreich zuletzt auch Großbritannien und Portugal hinter diesen Vorschlag gestellt hätten. Allerdings kann sich Marokko der US-Unterstützung nicht sicher sein. So hatte der Afrikabeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Massad Boulos, unmittelbar vor dem Thronjubiläum am Sonntag eine Tournee auf dem Kontinent gestartet – in Algier. Laut der Infoseite Afrik.com »achten die USA damit die Führungsrolle« Algeriens in der Region. Auch habe Boulos in Aussicht gestellt, dass Washington die 2020 von Trump ausgesprochene Anerkennung der marokkanischen Souveränität über die Westsahara überprüfen werde.

Anlässlich des Jubiläums wolle Mohammed VI. fast 20.000 Begnadigungen verfügen, berichteten marokkanische Medien. Ob auch der 82jährige Menschenrechtsanwalt Mohammed Ziane, der Anführer der Proteste in der Rif-Region, Nasser Zefzafi, oder politische Gefangene aus der besetzten Westsahara aus der Haft freikommen, blieb jedoch vorerst unklar. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.07.2025, Seite 6, Ausland

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