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21.03.2011
- → Feuilleton
Hölle Argentinien
Der Hamburger Laika Verlag macht nicht nur die DVD-Reihe
»Bibliothek des Widerstands«, sondern neuerdings auch
Bücher. Zum Frühjahrsprogramm zählt der Titel
»Wenn die anderen verschschwinden, sind wir nichts« von
Gladys Ambort, die 1975 in Argentinien als 17jährige Linke
eingesperrt wurde. Während ihrer Haft putschte das
Militär, das insgesamt 30000 Menschen ermorden ließ.
Gladys Ambort erlebte in dieser Zeit verschiedene Formen der
Isolationshaft. Nach drei Jahren kam sie auf Vermittlung des Roten
Kreuzes frei und konnte nach Paris ausreisen, wo sie in einer
Pressekonferenz in Paris zusammen mit Simone de Beauvoir
über die argentinischen Verhältnisse berichtete und
über das Erleben einer jungen Frau, deren Jugend mit dem Tag
ihrer Inhaftierung beendet worden war. Ihr Buch ist mehr als 30
Jahre später ein Report über die verschiedenen Stufen der
Hölle, deren Ziel es ist, das rebellierende Individuum zu
brechen und die Herrschaft des militärisch-industriellen
Komplexes zu perpetuieren. Heute stellt sie ihr Buch um 19 Uhr in
der jW-Ladengalerie, Torstraße 6,
Berlin vor. (jW)
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