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Eurovision Song Contest

Bangaranga

Mit einer Mischung aus Elektro­beats und Balkanpop hat Bulgarien erstmalig den Eurovision Song Contest gewonnen. Die 27jährige Sängerin Dara lieferte beim ESC-Finale in Wien mit ihrem Lied »Bangaranga« eine Show, an der niemand vorbeikam. Mit Abstand erhielt sie die meisten Punkte. Deutschland landete mit »Fire« von Sarah Engels hingegen abgeschlagen auf Platz 23.

Das Interesse am ESC blieb in der Bundesrepublik dennoch ungebrochen. Durchschnittlich 8,935 Millionen Zuschauer verfolgten das Finale des ESC bei den ARD-Fernsehsendern Das Erste und One. Der gemeinsame Marktanteil – also die Einschaltquote – habe damit bei 46,8 Prozent gelegen, so die ARD.

Der Sieg Bulgariens versöhnte etliche ESC-Fans mit dem Wettbewerb, der zuletzt drohte, an der Kontroverse um die Teilnahme Israels zu scheitern. »Bangaranga« hielt mit maximaler Unbeschwertheit dagegen: »Ich fühle mich wundervoll«, bilanzierte Sängerin Dara im bulgarischen Fernsehen.

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Für Bulgarien war es der erste ESC-Sieg überhaupt. Seit 2005 erst nimmt das Land an dem Wettbewerb teil. Häufig qualifizierte es sich nicht für das Finale. In den vergangenen drei Jahren – von 2023 bis 2025 – hatte es aus finanziellen Gründen sogar pausiert. Bulgarien gehört zu den ärmsten EU-Ländern. Nun bittet es die Popwelt zum Tanz beim ESC 2027. »Bulgarien erwartet Europa und die Welt bei der Eurovision 2027«, schrieb Regierungschef Rumen Radew auf Facebook.

Was Bulgarien gelang, ging bei Deutschland in die Hose. Sarah Engels ging mit Startnummer zwei ins Rennen – im ESC-Kosmos traditionell der Todesplatz, von dem aus noch nie ein Beitrag gewann. Engels selbst nahm das Ergebnis in ihrer Art pragmatisch auf. Sie habe ihr Möglichstes getan. »Man steckt nicht drin«, erklärte sie ihren 1,8 Millionen Instagram-Followern noch in der Nacht. Schon in zwei Tagen werde sie in Köln wieder als Musicaldarstellerin auf einer Bühne stehen.

Spanien, die Niederlande, Irland, Slowenien und Island boykottierten den ESC in diesem Jahr, weil sie Israels Politik verurteilen. Während des Auftritts des israelischen Sängers Noam Bettan blieben in der Halle trotz Befürchtungen Störaktionen aus. Bei der Punktevergabe für seinen dreisprachigen Song »Michelle« sowie beim Public Viewing vor dem Wiener Burgtheater mischten sich jedoch lautstarke Rufe in die Kulisse. Zudem nahm die Polizei nahe der Veranstaltungshalle 14 propalästinensische Aktivisten unter anderem wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot fest. Israel bekam erneut sehr viele Punkte vom Publikum – aus einem achten Platz bei den Jurys wurde so ein zweiter Platz in der Gesamtwertung. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.05.2026, Seite 10, Feuilleton

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