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José-Martí-Abend

Den etwas unrunden Geburtstag, um genau zu sein, den 157., des kubanischen Dichters und Revolutionärs José Martí, kann man heute in der Ladengalerie der jungen Welt feiern. Über die Aktualität seines Denkens spricht Hans-Otto Dill, emeritierter Professor für lateinamerikanische Literatur an der Berliner Humboldt-Universität. Der kubanische Nationalheld Martí, dieser »Soldat mit Feder und Gewehr«, wie ihn sein Biograph Josef Lawrezki nennt, ist hierzulande immer noch viel zu wenig bekannt. Er war Vordenker von Theoretikern des Postkolonialismus wie Frantz Fanon. Er entwarf eine Kultur der Dekolonisierung, für die die Kenntnis der indianischen Geschichte und Kunst genauso wichtig ist wie die der griechischen Antike. Die von Martí geforderte literarische Gestaltung dieser Heterogenität geschah erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im magischen Realismus des Guatemalteken Asturias und dem Neuen Roman von García Márquez und Vargas Llosa. Übrigens basiert der Text des Evergreens »Guantanamera« auf einem Gedicht von Martí. Am heutigen Abend tritt auch der Liedermacher Frank Vieweg auf, einer der führenden Transformatoren der kubanischen Musik in der Bundesrepublik. Raúl Becerra Egaña, der Botschafter der Republik Kuba in Deutschland, wird auch anwesend sein. (jW)

heute, 19 Uhr, jW-Ladengalerie, Torstraße 6, Berlin

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.01.2010, Seite 12, Feuilleton

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