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Wegen des Diebstahls seltener Ausgaben russischer Literaturklassiker aus französischen Bibliotheken sind in Frankreich sechs Georgier zu Haftstrafen von bis zu sieben Jahren verurteilt worden. Die sechs Angeklagten – fünf Männer und eine Frau – wurden in der Nacht zum Sonnabend allesamt der kriminellen Verschwörung mit der Absicht, eine Straftat zu begehen, für schuldig befunden. Einige von ihnen wurden zudem wegen Diebstahls eines ausgestellten Kulturguts verurteilt. Die Diebe schlugen auch in Deutschland, der Schweiz, Polen und Tschechien zu. Unter der Führung eines Ermittlerteams der Behörden Europol und Eurojust wurden im Jahr 2024 mehrere Menschen festgenommen. Die Diebe stahlen Bücher im Gesamtwert von mehreren Millionen Euro, darunter Werke der russischen Autoren Alexander Puschkin, Nikolai Gogol und Michail Lermontow.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Diebstahl der sechs Angeklagten sei »massiv, organisiert, geplant und mit Sorgfalt und Zynismus durchgeführt« worden. »Puschkins Originalwerke sind in Russland nationale Kulturgüter«, hieß es weiter. »Ein Werk von Puschkin in Russland zu besitzen bedeutet, einen Teil der nationalen Identität zu besitzen.« Die Diebstähle in Frankreich ereigneten sich im Jahr 2023 in der Diderot-Bibliothek der École normale supérieure in der Stadt Lyon sowie in der Nationalbibliothek Frankreichs und der Universitätsbibliothek für Sprachen und Zivilisationen in Paris.
Den Ermittlern zufolge maßen und fotografierten die Diebe in den Bibliotheken seltene und wertvolle Werke und kehrten später zurück, um sie durch Fälschungen zu ersetzen. So suchte etwa Micheil S. zwischen März und Oktober 2023 insgesamt 40 Mal die Nationalbibliothek auf, um Einsicht in Manuskripte – vor allem von Puschkin – zu beantragen. Dabei gab er an, zum Thema Demokratie in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts zu forschen. Im November stellte die Bibliothek dann fest, dass neun Werke durch Fälschungen ersetzt worden waren, was zu einem Schaden von rund 650.000 Euro führte. (AFP/jW)
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