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21.09.2021 13:06 Uhr

Manifestation gegen imperialistische Kriege

Mit roten Nelken und kämpferischer Demonstration: In Berlin gedenken Zehntausende Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts. Linke-Vorsitzender Riexinger bekräftigt Antikriegskurs
Von Rüdiger Göbel
Ein Meer aus roten Nelken – die Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde am Sonntag
Nein zum Krieg: Luxemburg-Liebknecht-Demonstration am Sonntag in Berlin
Im August jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Zwei Monate nach dessen Ende im November 1918 waren in Berlin die Führer der kommunistischen Bewegung Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von Freikorpsoffizieren ermordet worden, unter Billigung der SPD-Führung. Am Sonntag zogen Zehntausende zur Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedsrichsfelde und gedachten der am 15. Januar 1919 erschossenen Kriegsgegner. Junge wie Alte, Sozialisten und Kommunisten aus der ganzen BRD und anderen europäischen Ländern kamen mit roten Nelken. Die Linke-Vorsitzenden, Katja Kipping und Bernd Riexinger, sowie Fraktionschef Gregor Gysi legten Kränze nieder. Auch die Linke-Vizevorsitzende Sahra Wagenknecht und der frühere Parteichef Oskar Lafontaine sowie viele weitere Spitzenpolitiker, darunter Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, nahmen an der Ehrung teil.

Parallel startete um 10 Uhr eine Gedenkdemonstration kommunistischer und antimilitaristischer Gruppen am U-Bahnhof Frankfurter Tor zum Zentralfriedhof. In dem von Linken verschiedenster politischer Strömungen unterzeichneten Aufruf hieß es: »Wir brauchen keine Militärinterventionen. Nicht in Syrien, nicht in Mali, nicht im Iran. Nirgendwo. Wir brauchen keine Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, in der Türkei oder andernorts. Wir brauchen keine Drohnenmorde und keine Rüstungsexporte.« Die Teilnehmer demonstrierten »für Menschlichkeit und Internationalismus, eine solidarische, friedliche und sozial gerechte Welt«.

Die Veranstalter äußerten sich zufrieden über die Resonanz und sprachen von 15000 Teilnehmer, die Polizei will 3000 Demonstranten gezählt haben. Die Antifaschistische Linke Berlin wertete den gemeinsamen Zug zur Gedenkstätte der Sozialisten als »vollen Erfolg«. Die ALB hatte in diesem Jahr mit dem thematischen Schwerpunkt Antimilitarismus zur Teilnahme aufgerufen. Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, erklärte am Rande des Marsches gegenüber junge Welt: »Wir gedenken Karls und Rosas, nicht indem wir nach hinten schauen, sondern nach vorn angesichts der Perversion der kapitalistischen Gesellschaft, wo die Zahl der Armen explodiert und Aktienkurse steigen.« Deshalb sei es notwendig, kommunistische Akzente zu setzen. Die Demonstration wie auch die Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz am Samstag seien »ein großer Erfolg« und eine »Manifesta­tion gegen imperialistische Kriege«.

Zu der von junge Welt organisierten Zusammenkunft in der Berliner Urania waren mehr als 2000 Besucher gekommen. Linke-Chef Riexinger bekräftigte auf der abschießenden Podiumsdiskussion den Antikriegskurs seiner Partei. »Die Linke ist die einzige Friedenspartei im Parlament und die einzige, die im Bundestag gegen Kriege votiert.« Die Linke werde in dieser Frage ihre Positionen nicht ändern. In Zeiten, da die Bundeswehr wie die US-Armee Kriege mit Hilfe von Kampfdrohnen führen möchte oder deutsche Rüstungskonzerne massiv Waffen in Krisengebiete exportieren, sei es wichtig, eine starke antimilitaristische Position im Parlament zu haben. Riexinger versicherte den Teilnehmern der Rosa-Luxemburg-Konferenz, man werde »das Geschäft mit dem Tod« nicht akzeptieren. Weitere Teilnehmer der Diskussionsrunde waren die Präsidentin des Weltfriedensrates, Maria do Socorro Gomes Coelho, der Generalsekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), Ulrich Schneider, und der politische Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinte Kriegsdienstgegner, Monty Schädel.

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