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Durchschnittlich

Der TV-Sofa-Philosoph Rüdiger Safranski findet politische Biographien langweilig. »Das Personal ist zu durchschnittlich«, sagte Safranski dem Magazin Cicero. Er will jedenfalls keine verfassen, denn man wäre »dadurch, daß sich Politiker unentwegt selbst darstellen, auf das langweilige Spiel festgelegt, hinter der Selbstdarstellung etwas anderes zu entdecken – und diese Mechanik ist nicht reizvoll«, betonte Safranski, der vor allem durch Biographien von Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche bekannt wurde. Für Fälle wie die Autobiographie von Exkanzler Gerhard Schröder (SPD) gelte der Berliner Spruch: »Mensch, geh in dir! War ick schon. Is och nischt los.« Könnte er bei Gelegenheit auch mal seinem TV-Sofa-Kompagnon Peter Sloterdijk stecken.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.11.2006, Seite 12, Feuilleton

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