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Linkspartei: Künstler werden enteignet

Mit der vom Bundeskabinett geplanten Änderung des Urheberrechtsgesetzes ist die Linkspartei nicht einverstanden. Am Freitag erklärte ihre kulturpolitische Sprecherin Luc Jochimsen, der Gesetzesentwurf bringe 40 Prozent der bildenden Künstler »um ihren gesetzlichen Anspruch auf einen Anteil am Erlös aus Weiterveräußerungen ihrer Werke«. Im neuen Gesetz wird festgelegt, daß nur die Künstler, deren Werke für 1000 Euro oder mehr weiterverkauft werden, überhaupt einen Anspruch auf Folgerechtsvergütung haben. Bisher lag der Anspruch bei 50 Euro. »Der Anstieg auf das 20fache enteignet auf einen Schlag und ohne Not gerade die jungen, die am Anfang ihres kreativen Wirkens stehen, aber auch die älteren Künstlerinnen und Künstler. Es gibt viele Künstler und Künstlerinnen in diesem Land, deren Arbeiten die Preiskategorie von 1000 Euro und mehr nie erreichen.«

(jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.04.2006, Seite 12, Feuilleton

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