Foodwatch: Getränkehersteller produzieren dort, wo Wasserknappheit herrscht
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisierte am Freitag die Grundwasservernutzung durch die Getränkeindustrie in Deutschland:
Die großen Getränkehersteller in Deutschland produzieren überwiegend in Gegenden, in denen Wasserknappheit droht – und bekommen die Ressource Wasser dennoch fast zum Nulltarif. Das kritisiert Foodwatch. Eine umfassende Recherche der Verbraucherorganisation zeigt: Fast zwei Drittel der Produktionsstandorte der absatzstärksten Hersteller liegen in Landkreisen mit »Wasserstress« – dort ist das Grundwasser von Übernutzung bedroht. Trotzdem dürfen Coca-Cola, Refresco oder MEG Millionen Liter Wasser fördern. Oft zahlen die Getränkeunternehmen dafür nur wenige Cent pro Kubikmeter, an mindestens fünf Standorten sogar gar nichts. Foodwatch fordert die Bundesregierung auf, der öffentlichen Wasserversorgung per Gesetz absoluten Vorrang zu geben. Zudem brauche es bundesweit einheitliche und faire Preise für das Allgemeingut Wasser. Es sei nicht hinnehmbar, dass Getränkehersteller deutlich weniger zahlen als die Bevölkerung – oder sogar gar nichts.
»Während Bürger im Sommer ihren Garten nicht mehr wässern sollen, pumpen Getränkekonzerne für Limonaden, Schorlen und Co. unser Wasser ab – auch in Regionen, in denen das Wasser schon jetzt knapp wird. Coca-Cola, Aldi, Red Bull und Co. nutzen zum Spottpreis eine wertvolle Ressource, die eigentlich Reserve für die öffentliche Trinkwasserversorgung sein muss. Angesichts von Dürresommern und zunehmender Trockenheit ist das nicht mehr hinnehmbar. Wasser ist Allgemeingut. Es gehört nicht Konzernen, sondern uns allen«, sagte Alina Nitsche von Foodwatch. (…)
Die Linke im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg solidarisiert sich in einer Erklärung von Freitag mit den Protesten gegen die Ausbaupläne eines Rechenzentrums:
Die Linksfraktion in Tempelhof-Schöneberg positioniert sich gegen die Ausbaupläne eines neuen Großrechenzentrums im Marienpark und solidarisiert sich mit Protesten von Umweltgruppen zum europaweiten Aktionstag Stop Dirty Data Centers. »Der Standort im Marienpark sollte für nachhaltige, zivile und gemeinwohlorientierte Projekte, die Berlin voranbringen, genutzt werden, nicht für militärische Infrastruktur und klimaschädliche neue Industrieanlagen«, so Onur Yildirim, Interimssprecher der Fraktion für Wirtschaftspolitik.
Im Marienpark ist neben dem bereits existierenden Rechenzentrum eine weitere Großanlage geplant, die laut Betreiber Virtus 57 Megawatt IT-Leistung und 33 Megawatt für Kühlung benötigen soll. In ganz Berlin sind mehrere Großrechenzentren geplant, die massive Auswirkungen auf das Berliner Stromnetz haben und zu einer Spekulation mit Stromnetzanschlüssen führen, sogenanntem Infrastrukturextraktivismus.
Es ist fraglich, ob der großflächige Ausbau der Rechenzentren mit den Berliner Klimazielen vereinbar ist. Der massive Stromverbrauch konkurriert mit Haushalten und dem Rest der Berliner Wirtschaft um wertvolle, erneuerbare Energien und Netzanschlüsse. Damit verhindern sie die Elektrifizierung anderer Industrien und behindern in anderen Städten bereits den Wohnungsneubau. Bis 2030 könnten KI-Rechenzentren wie in Mariendorf laut UN bis zu 30 Prozent des globalen Stromverbrauches ausmachen. Das ist für eine nachhaltige Stadt, wie Berlin sie sein will, nicht tragbar.
Die Nutzung des Rechenzentrums ist bisher nicht detailliert bekannt, allerdings positioniert sich der Marienpark explizit als Resilience Technology Campus, der Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien betreibt. Auch die Nutzung des Rechenzentrums durch Techkonzerne wie Palantir, Amazon und Google, die digitale Militärtechnologien betreiben, ist bisher nicht ausgeschlossen. (…)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
