Das erste Bier ist immer das wärmste
Von Anna Fehmel, Linde Maier, Maik Rudolph
Wo kann man sich vor der Kollegenschaft so richtig zum Klops machen? Natürlich auf der »Whynachtsfeier« des Verlags 8. Mai, in dem die jW erscheint. Dem jW-Korrektorat, Teil des Partyplanungskomitees, wurde spontan die Aufgabe zuteil, davon zu berichten. Das haben Sie nun davon.
Freitag, 16.07 Uhr
A. F.: Die Kollegen Spartels und Zittergrün (alle Namen anonymisiert) suchen uns heim, um zu quatschen. Hallo? Es sind noch 23 Minuten bis Redaktionsschluss, wir arbeiten! Kollegin Friederowski hat den niedlichen Hund dabei, Ablenkung genug. Aber jetzt noch die beiden! Uff!
16.32 Uhr
A. F.: Texte sind im Layout. Gespräche werden lauter. Der sehr geschätzte Kollege Bildermann macht die Tür zu. Verständlich, die Herstellung muss noch werkeln. Friederowski und der niedliche Hund warten auf den Antifachor, der nachher auftreten wird. Wir anderen machen uns auf den Weg in die Maigalerie zur Feiervorbereitung.
17.03 Uhr
A. F.: Die ersten Gäste trudeln ein. Ich hänge Antwortcharts für das »Kolleg*innenduell« auf. Zittergrün assistiert und reicht Klebeband. Erfreulicherweise sind einige Leute dem Aufruf gefolgt, sich weihnachtlich zu schmücken.
18.10 Uhr
L. M.: Im unklaren darüber, ob das nicht allzu ausufernde, aber um so köstlicher aussehende Buffet schon angerührt werden darf oder auf eine feierliche Eröffnung gewartet werden sollte, positionieren sich einige Kollegen in unmittelbarer Nähe zum Essen. Nur mal schauen!
18.11 Uhr
M. R.: Sieht köstlich aus. Aber ich muss noch das Quiz moderieren, dann wird geschlemmt. Erst mal ein Bier, es gibt gutes tschechisches und dazwischen versteckt »Stara Cervisia« vom Netto. Billiger als Sternburg, scheußlich.
18.12 Uhr
L. M.: Erste Happen werden stehend, leicht beschämt und um Diskretion bemüht, vertilgt.
18.15 Uhr
L. M.: Es folgt ein rauschhafter Zustand, der nur durch neu ankommende Kollegen unterbrochen wird, denen mit vollem Mund und krümelnd mitgeteilt wird, dass das gemeinsame Essen wohl bald beginnen dürfte.
18.20 Uhr:
L. M.: Teller, Besteck und die hübsch geschmückten Tische sind noch unangetastet, das Buffet halb leergefegt.
18.30 Uhr
A. F.: Komoderatorin Frau Lachs (Baumschmuck um den Hals) und ich (Geweih) eröffnen die Feier. Ich rede, Frau Lachs steht daneben und wärmt ihren Wein. Wie abgesprochen. Dass wir moderieren, wissen wir erst seit heute (glaube ich). Als erstes kommt der Chor, singt »internationale Arbeiterkampflieder und ähnliches« (Friederowski) und kommt gut an.
18.50 Uhr:
L. M.: Buffet leer, außer die als »vegan« deklarierten Karotten und Paprika.
19 Uhr
A. F.: Partychefin Asolde verabschiedet einen langjährigen Kollegen. Es folgt das unterhaltsame (Eigenlob stinkt nicht!) »Kolleg*innenduell« mit Nichtwernerschulzeerdel als Showmaster. Ich enthülle die Antworten, Frau Lachs rechnet Punkte zusammen. Kollektives Arbeiten! Friederowski, Heidemüller und Unsere-Chefin-die-nicht-mehr-unsere-Chefin-ist vertreten die Korrektur auf Spielerseite. Es gibt coole Preise. Der Punchingball landet leider im Verlag. (Er sei ihnen sehr gegönnt.)
20.15 Uhr
M. R.: Primetime. Quiz kam gut an, meine Bewerbung fürs lineare Fernsehen. Wir haben 46 Leute gefragt: Nennen Sie eine*n Kolleg*in mit gutem Geschmack. Korrektorat ist zweimal unter den Top-fünf, auch ich, Eigenlob tut gut. Auf zum Buffet.
20.16 Uhr
M. R.: Wollen die mich verarschen? Alles weg, außer Kuchen. Nicht, dass ich mich noch abschieße, so ohne Grundlage im Magen.
20.34 Uhr
A. F.: Ich kündige die Band an, die Smash Pimp heißt oder Lightning Marx, aber auf keinen Fall Bug Buddy. Damit ist mein offizieller Teil vorbei, ich hole mir das erste Bier des Abends. Es ist warm, weil der Kühlschrank streikt. Freund Bruno trägt ein Shirt, auf dem man Gitarre spielen kann, und wird vom Kollegen Spartels gespielt.
21.45 Uhr
A. F.: Nach mehr Bier kommt Karaoke. Den Auftakt macht Spartels, der echt gut singt! Ich falle vom Glauben ab und hole mir noch ein Warmgetränk. Es folgen HipHop, Schnulzen, Rock. Irgendwann stehen wir zu viert auf der Bühne und grölen »We Didn’t Start the Fire«. Dann fehlt mir ein bisschen Gedächtnis, und schon singen wir zum Abschied mit Tausenden Gleichgesinnten die »Internationale«.
Viel später
A. F.: Ich erinnere mich an Tanz zur Konserve und viele Gespräche. Irgendwann ist das Bier alle. Irgendwann will Freund Bruno heim.
Nach um zwei:
M. R.: Wo bin ich? Habe ich vorhin »Firestarter« zu viert gesungen? Komische Wahl für Karaoke, kaum Text. Nach der Vernichtung der Biere wurde direkt zum Rum gegriffen. Taxi!
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