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US-Blockade führt zu Amputationen
Unternehmen verweigert Lieferung nach Kuba. Ersatzteil für Gewebebank benötigt
Die spanische Tochterfirma Telstar des Stuttgarter Syntegon-Konzerns unterwirft sich der US-Blockade und verweigert einem kubanischen Krankenhaus medizinische Ersatzteile. Das in Barcelona ansässige Unternehmen lehnt unter Missachtung einer verbindlichen EU-Verordnung ab, eine Dichtung zur Reparatur seines wichtigen Gefriertrockners zu verkaufen. Der ist in der Gewebebank des Internationalen Orthopädischen Wissenschaftskomplexes »Frank País« installiert. Das größte orthopädische Krankenhaus Kubas benötigt das Gerät, um Amputationen zu verhindern und das Leben von Verbrennungsopfern zu retten.
Der gut zehn Jahre alte Gefriertrockner vom Typ Lyobeta ist für die Gewebebank unverzichtbar. Sein Ausfall würde die vollständige Aufbereitung von Knochengewebe menschlicher Spender und von Schweinehaut verhindern, die für komplexe Operationen und die Versorgung schwer verletzter Patienten dringend benötigt werden. Die verweigerte Lieferung der benötigten Gummidichtung gefährde die Genesung und in einigen Fällen die Lebenserwartung Dutzender Patienten, die auf orthopädische und chirurgische Eingriffe warten, kommentierte Telesur am Dienstag.
Der Fall wurde vom katalanischen Soziologen Aníbal Garzón und dem finnischen Forscher Alejandro Pedregal publik gemacht. Ihr zunächst vom baskischen Portal Cubainformación veröffentlichter Bericht dokumentiert, wie ein europäisches Unternehmen Patienten in Kuba aus Angst vor US-Sanktionen in Gefahr bringt. Ende August hatte Pedregal, Professor der Aalto-Universität in Helsinki, sich erstmals bei Telstar nach den Konditionen für die Beschaffung des Ersatzteils erkundigt. Im September schrieb die Firma, eine Überprüfung der Seriennummer habe ergeben, dass das defekte Gerät in Kuba installiert sei. Dann folgte die Absage. Gemäß »geltenden Vorschriften« könne Telstar weder Ersatzteile noch Dienstleistungen bereitstellen, da die Firma nicht befugt sei, »geschäftliche Transaktionen mit Kuba durchzuführen«. Weil sich der Gefriertrockner in Kuba befinde, »können wir die Bearbeitung dieser Anfrage nicht fortsetzen«, hieß es schließlich. Auch Pedregals Versuch, das Verschlussteil privat zu erwerben, wurde mit der Begründung abgelehnt, dass »der Endverwendungszweck weiterhin ein Gerät in Kuba wäre«.
Pikant an dem Vorgang ist, dass die Tochterfirma eines deutschen Konzerns in Spanien aus Angst vor Sanktionen ein in der EU illegales US-Gesetz anwendet, obwohl das Mutterland das sanktionieren müsste. Seit 1996 verfügt die EU über ein Rechtsinstrument, das genau für solche Fälle konzipiert wurde: Die Verordnung verbietet es jedem Unternehmen oder Bürger der EU, Anforderungen zu erfüllen, die sich aus extraterritorialen Gesetzen ergeben. Die Vorschrift nennt ausdrücklich US-Gesetze zur Blockade Kubas. Sie verpflichtet darüber hinaus jeden Mitgliedstaat, »wirksame, verhältnismäßige und abschreckende« Sanktionen gegen Unternehmen zu verhängen, die sich an diese ausländischen Gesetze halten.
Angesichts der Unterwerfung unter das US-Diktat wirkt die Telstar-Selbstdarstellung zynisch. »Mit dem Ziel, zur Verbesserung der Lebensqualität der Gesellschaft beizutragen, indem wir Unternehmen und Forschungszentren Ausrüstungen und technologische Dienstleistungen zur Verfügung stellen, positionieren wir uns als solider Akteur mit einer umfassenden Fähigkeit, auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden einzugehen«, heißt es auf der Unternehmenswebsite unter der Überschrift »Unsere Vision«.
Doch trotz dieser »Vision« bleibt ein medizinisches Telstar-Gerät im Frank-Pais-Krankenhaus in Havanna weiterhin defekt. Und »hinter dieser Gummidichtung verbirgt sich weder eine juristische Debatte noch eine Risikokalkulation: Es geht um ein menschliches Glied, das noch gerettet werden könnte, eine Haut, die sich wieder schließen kann«, kommentierte die spanische Onlinezeitung Diario Red. Das Portal kritisierte, dass Menschenleben in Kuba von einem Ersatzteil abhängen, das aus Angst vor den Sanktionen der USA »niemand zu verkaufen wagt«.
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Onlineabonnent*in Steffen W. aus B. 15. Okt. 2026 um 18:11 UhrWir sollten Kuba einen neuen Gefriertrockner zur Verfügung stellen, notfalls in Einzelteilen hintransportieren.
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Es ist so furchtbar – und es passt zu dem Artikel zum Völkermord an den Herero und Nama, es passt zum Genozid in Gaza, es passt zur aktiven Hilfe Deutschlands von 1965 in Indonesien, es passt zum Völkermord der deutschen Faschisten im Zweiten Weltkrieg an Russen, Juden, Ukrainern und so weiter. Der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Alles mit (west-)deutschen Waffen, (west-)deutschen Geld – also mit der unmittelbaren Hilfe und dem unmittelbarem Tätigwerden (aktiv oder durch Unterlassung) der BRD bei der Unterdrückung und Ermordung von Millionen Menschen. Ich schäme mich für dieses Land, in dem ich leben muss … Und dass man selbst privat diese poplige Dichtung nicht kaufen kann, zeigt, wie verkommen dieses System ist. Die Hörigkeit gegenüber »God own Country« erzeugt Tod und Verstümmelung, erzeugt Leid von Millionen Menschen – aber das ist diesem Kriegskanzler und seinen Speichelleckern im In- und Ausland vollkommen egal …
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Hallo! Selbst Teile der Gesundheitsvorsorge sollten nicht von Unternehmen abhängen, die durch charakterlich-sittliche Mängel geprägt sind. Unternehmen, die so handeln, gehören »entschädigungslos« verstaatlicht, weil der Schaden, den sie immer wieder anrichten, unermesslich ist. Mit freundlichen Grüßen Carsten
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