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Äthiopien erobert Regionalhauptstadt
Allianz überlässt Mekele kampflos, Kämpfe gehen andernorts weiter
In Äthiopien haben die Streitkräfte der Regierung von Abyi Ahmed erneut die Kontrolle über Mekele übernommen. Die Hauptstadt der Region Tigray war erstes Ziel der am 20. September formierten »Allianz der äthiopischen Volkskräfte für das Überleben«. Sieben darin vereinte bewaffnete Gruppen begannen drei Tage später ihre Offensive, die sich auch auf die angrenzenden Bundesstaaten Amhara und Afar richtet und Ahmeds Regierung stürzen soll. Die in Tigray kämpfende TPLF hatte Mekele am Wochenende kampflos überlassen, wie Reuters meldete. Am Montag normalisierte sich das tägliche Leben wieder: Geschäfte öffneten, und nach einer einwöchigen Unterbrechung funktionierten Telefon und Internet wieder, wie Anwohner berichteten. Statt verlustreichen Kampfes um eine Stadt verfolgt die Allianz eher den Ansatz, die äthiopischen Streitkräfte an mehreren Fronten zu binden und dadurch zu schwächen.
Seit dem verheerenden Tigray-Krieg von 2020 bis 2022, der Hunderttausenden das Leben kostete und bei dem Millionen Menschen vertrieben wurden, hat Addis Abeba allerdings – mit tatkräftiger Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate – deutlich aufgerüstet. Nordwestlich von Mekele berichteten Hilfsorganisationen von Luftangriffen und Artilleriefeuer in der Nacht zum Montag. Mindestens 17 Menschen seien dabei getötet worden. Das Amhara Fano National Movement meldete unterdessen die Festnahme von zwei Dutzend Regierungssoldaten in Südwollo und die Kontrolle über strategisch gelegene Straßen in dem Bundesstaat.
Dabei wirft Äthiopien vor allem Eritrea, aber auch Sudan und Ägypten vor, die Allianz zu unterstützen. Alle drei Länder haben dies zurückgewiesen und sich bei einem Vierertreffen mit Somalia in der anschließend veröffentlichten »Erklärung von Al-Alamein« zu gemeinsamen Werten bekannt. Konkret zur Souveränität des Sudan und Somalias, die – ebenfalls durch die Einmischung der Vereinigten Arabischen Emirate bzw. die gleichgelagerten Interessen Israels – bedroht ist. »Jegliche Einmischung oder Maßnahmen«, die deren Einheit bedrohen, werden abgelehnt. Parallel dazu rücken die äthiopischen Truppen gen Eritrea und vor allem Richtung Rotes Meer vor. Hier betonten die vier Staatschefs, »dass die Verwaltung des Roten Meeres in der alleinigen Zuständigkeit der Anrainerstaaten liegt«.
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