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Eishockey

Rankels Feuertaufe

Nach dem Deutschland-Cup am Wochenende und der Eishockey-WM der Frauen gibt’s Schnupperwochen am Puck

Foto: Andreas Becker/Keystone/dpa
Hat er ihn? Deutschlands Torwart Philipp Grubauer in Aktion

Der Deutschland-Cup, der am kommenden Wochenende seine 37. Auflage erlebt, gleicht in diesem Jahr einer Feuertaufe für den neuen Bundestrainer André Rankel. Der 41jährige frühere Flügelstürmer, in seiner aktiven Profizeit als Crack siebenmal Meister mit den Berliner Eisbären, beerbte nach der Vorsaison Harold Kreis. Das Viertelfinalaus trotz Draisaitl und Co. nach einer 2:6-Schlappe gegen die Slowakei bei den Olympischen Winterspielen im Februar und anschließend ein abermals verpasstes WM-Viertelfinale waren das Ende von Kreis. Sein bis 2027 datierter Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst. Nun soll’s Rankel richten, auch mit Blick auf die Heim-WM vom 13. bis 20. Mai nächsten Jahres mit dem Eröffnungsmatch auf Schalke und den Hauptspielorten Mannheim und Düsseldorf.

Vor diesem Hintergrund soll das traditionsreiche Turnier, das erstmals in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen ausgetragen wird, schon mal im Herbst für möglichst viel Vorfreude auf die Heim-WM sorgen, um die es nach dem jüngsten Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS zur zulässigen Rückkehr des russischen Teams allerdings große Turbulenzen gibt – bis hin zu Aussagen von seiten des Deutschen Eishockeybundes (DEB), das Turnier unter diesen Umständen nicht austragen zu wollen. Unabhängig davon gilt der Deutschland-Cup für Neubundestrainer Rankel als wichtige sportliche Standortbestimmung. Immerhin treffen seine Cracks mit Österreich (am 5. November) und Lettland (am 7. November) auf zwei Gegner, mit denen sie für die WM in eine Vorrundengruppe gesetzt sind. Mit der Slowakei wartet zum Abschluss am 8. November ein starker Kontrahent, mit dem es die »olympische Rechnung« von Mailand zu begleichen gilt.

Die Mannschaft, diesmal ohne ihre NHL-Stars, reiste bereits am Dienstag nach Düsseldorf. Für Rankel ist das auch deshalb wichtig, weil er mit seinen Puckjägern ob des dicht gedrängten Ligaspielplans in der Deutschen Eishockeyliga (DEL) nur selten über fast eine Woche hinweg arbeiten kann. »Ich bin froh, dass ich jetzt endlich mit der Mannschaft und dem Staff loslegen kann. In Düsseldorf wollen wir uns während der Maßnahme kennenlernen und die Strukturen festlegen, mit denen wir in den kommenden Monaten arbeiten«, so Rankel, der es in seiner Karriere auf 76 Länderspiele, sieben Weltmeisterschaften und die Teilnahme an den Winterspielen 2010 in Vancouver brachte. »Dass unser gemeinsamer Start vor heimischem Publikum beim Deutschland-Cup stattfindet, macht diese Woche für uns alle besonders.«

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Als maßgebliche Motivation hatte Rankel bei seinem Amtsantritt am 1. September hervorgehoben, mit der Nationalmannschaft als dem wichtigsten Aushängeschild hierzulande Begeisterung für den schnellsten Teamsport zu wecken bzw. »eine Euphorie zu entfachen« bis hin zu den Kindern, von denen möglichst viele das Eishockeyspiel für sich entdecken sollen. Zu diesem Plan gehört in enger Abstimmung mit dem DEB sowie sämtlichen Ligen eine bundesweit strategisch vorbereitete »Schnupperwoche«, die sich vom 16. bis 22. November nicht zufällig unmittelbar an das Heimturnier anschließt. Insgesamt 57 Vereine machen engagiert mit, wenn es gilt, unter dem Motto »Wir sind Eishockey« insbesondere Vier- bis Achtjährige an Schlittschuhe, Puck und Krummstock heranzuführen. Die teilnehmenden Klubs und Vereine von der DEL und der DEL 2 bis zu den Regionalligen stellen dafür jeweils eigene kindgerechte Angebote auf die Beine: Kids Days, Eislaufschulen, Übungseinheiten mit Profispielern oder Mitmachaktionen. Vorkenntnisse brauche es keine, die Ausrüstung werde vor Ort gestellt, lassen die Veranstalter Eltern und ihren Nachwuchs wissen.

Selbstverständlich zielt diese Schnupperwoche nicht nur auf Jungs zwischen Kitagruppe und Grundschule ab, sondern ebenso auf Mädchen im selben Alter, die sich fürs Eishockeyspiel interessieren. Die Bedeutung von Fraueneishockey wächst weiter, spätestens seit es 1998 fester Bestandteil im olympischen Programm wurde – auch wenn die Frauenteams aus den USA und Kanada bei großen Turnieren die Finals noch immer unter sich ausmachen.

Bei der Weltmeisterschaft vom 6. bis 16. November in Dänemark dürfte das nicht anders werden. Das Ereignis, ansonsten immer spät in der Saison, wurde auf Wunsch der nordamerikanischen Profiliga PWHL erstmals auf einen Termin vor Beginn des Ligastarts in Nordamerika vorverlegt. Eine Neuerung, die für Bundestrainer Jeff MacLeod die WM-Vorbereitung nicht leichter machte. In seinem 25er-Kader vertraut er auf 17 Spielerinnen, die beim olympischen Turnier in diesem Jahr Platz sieben belegten. Bei der Vorjahres-WM kamen die DEB-Frauen auf Rang acht. Diese Plazierung, das Viertelfinale also, gilt auch für die Tage in Dänemark als sportliches Minimalziel gegen starke Konkurrenz. In der Vorrunde warten am 8. November mit den US-Frauen die amtierenden Olympiasiegerinnen, mit der Schweiz am 11. November die Olympia-Dritten und tags zuvor die Tschechinnen. Am besten sollte gleich zum WM-Auftakt am 7. November gegen Österreich ein Sieg her.

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.11.2026, Seite 16, Sport

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