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Tischtennis

Keine Atempause

Herbst mit kleinem Ball: Es wird wieder viel Tischtennis gespielt, etwa das WTT-Turnier China Smash in Beijing

Foto: Xie Han/Xinhua/imago
Neue Nummer eins im Tischtennis: Matsushima Sora aus Japan

Der Herbst ist da, es kann wieder ausgiebig Tischtennis gespielt werden. Die Elite kennt da kein Halten, der Weltverband ITTF und seine Tochter WTT kennen da kein Pardon, auch die europäische Abteilung ETTU mischt mit: Nach dem »China Smash« in Beijing (26.9.–6.10.), einem internationalen Turnier der höchsten Kategorie, folgen die Europameisterschaften in Slowenien, bevor zwei immer noch sehr hoch dotierte Turniere in Montpellier und Frankfurt am Main anstehen. Es ist also einiges los.

Das gilt auch für die Weltrangliste. Bei den Damen hat Sun Yingsha, lange die Tafelkönigin, ihre Krone erst einmal abgelegt: Sie war müde, sagte sie, nachdem sie das Finale der Asia Games (ja, die gab es auch noch) gegen ihre Nachfolgerin Wang Manyu verloren hatte und im China Smash überraschend an der Thailänderin Ottowan Paranang bereits im Achtelfinale gescheitert war. Wang ließ die Gelegenheit nicht aus; sie schlug sich bis ins Finale recht unangefochten durch. Dort handelte sie die japanische Abwehrspielerin Hitomi Sato deutlich mit 4:0 ab.

Bei den Männern blieb das China Smash in Beijing lange spannend, denn auch da lockte der Thron, also Platz eins der Weltrangliste. Abermals forderte der dichte Turnierkalender seinen Tribut: Wang Chiqun, Chinas Nummer eins, amtierender Weltmeister und Weltcupsieger, verlor ebenfalls das Finale der Asia Games und sagte das anschließende Turnier kurzerhand ab (wie sein Bezwinger Lin Shidong). Der junge Japaner Sora Matsushima, ein etwas schlicht wirkender Haudrauf, wurde die neue Nummer eins, die erste aus Japan seit Seiji Ono im Juli 1980. Aber auf seinen Lorbeeren ausruhen durfte er sich nicht: Es war klar, dass der Turniersieger von Beijing auch den Thron besteigen würde, zu dicht lagen die Konkurrenten in der Weltranglistenspitze vor dem Turnier beieinander.

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Doch es sollte nicht so kommen: Truls Möregardh und Félix Lebrun, die möglichen Kandidaten aus Europa, schieden bereits im Viertelfinale aus. Möregardh unterlag seinem Angstgegner, dem Taiwanesen Lin Ying-Ju, glatt mit 0:4. Lebrun lieferte sich die fast schon übliche Schlacht mit dem brasilianischen Vizeweltmeister Hugo Calderano, die diesmal zugunsten Calderanos ausging (4:1). Da auch Tomokazu Harimoto nicht mehr im Wettbewerb war, war der Weg für Matsushima frei.

Er nutzte die Gunst der Stunde: Im Halbfinale rang er den letzten Chinesen im Wettbewerb, Zhou Qihao, mit 4:2 nieder; im Finale obsiegte er knapp gegen Lin aus Taiwan mit 11:9 im Entscheidungssatz. Vielleicht war es am Ende der pure Wille, der Matsushima zu diesem Triumph gebracht hat: Er hat neben Calderano die vielleicht härtesten Schläge der Konkurrenz; Lin spielte genauso furchtlos und scheinbar cleverer. Nach drei gewonnenen Sätzen gab er ein wenig nach, Matsushima puschte sich noch einmal, glich aus und zog das Spiel mit 4:3 nach Sätzen.

Keine Deutschen, nirgends? Nein, in Beijing war für die Besten relativ früh Schluss. Ovtcharov zog sich im Auftaktmatch eine Verletzung zu; Dang Qiu, Patrick Franziska und Benedikt Duda präsentierten sich in guter Form, aber verloren früh gegen Bessere. Wim Verdonschot, einer der Youngster, zeigte erstmals auch international seine Qualitäten. Neben Andre Bertelsmeier ist er eine der Hoffnungen des DTTB; es bleibt abzuwarten, ob beide nach ganz oben vorstoßen können in den nächsten zwei, drei Jahren. Die Olympischen Spiele 2028 werfen bereits ihre Schatten voraus. Bei den Damen kam wie so oft Sabine Winter am weitesten; diesmal war aber auch für sie recht früh Schluss.

Unterdessen hat in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana schon die EM begonnen. Ricardo Walther und Kay Stumper quälen sich durch die Vorrunde, haben ihre Auftaktmatches gewonnen. Die Gesetzten können sich diese Tortur ersparen: Sie steigen später in den Wettbewerb ein. Ovtcharov hat für die Europameisterschaften abgesagt. Für die anderen gilt auch in den nächsten Wochen: keine Atempause, Geschichte wird gemacht. Es geht voran.

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.10.2026, Seite 16, Sport

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