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Das ZDF kann nicht lesen

Foto: Patrick Pleul/dpa

Am 18. August strahlte das ZDF-Magazin »Frontal« einen Beitrag mit dem Titel »Russland und die Ostdeutschen: Wie die gemeinsame Vergangenheit bis heute wirkt« aus. Moderatorin Ilka Brecht stellte den Film mit der Halluzination vor, an Gedenktagen versammelten sich »in Magdeburg, Torgau oder Berlin Menschen unter prorussischen Fahnen«. Die nach dem Putsch in Kiew 2014 entdeckte Ethnie der »Prorussen« hat offenbar einen eigenen Wimpel (siehe jW vom 20. August).

Der Beitrag hielt das Niveau der Moderatorin: Gezeigt wurde u. a. ein Redner auf einer Gedenkveranstaltung in Magdeburg, dessen Name eingeblendet wurde: »Wolfgang Dockhorn, stellv. Vorsitzender Rotfuchs«. Der war es aber nicht und fragte beim ZDF an, ob das nicht eine Korrektur wert sei. Er erhielt eine strenge Antwort der Obrigkeit in Mainz: »Der Film zeigt einen Ausschnitt aus Ihrem Redebeitrag vom 8. Mai 2026 auf der öffentlichen Gedenkfeier am Sowjetischen Ehrenmal im Nordpark Magdeburg. Eine Persönlichkeitsrechtsverletzung liegt hier nicht vor. Sie sind Vorstandsmitglied des Vereins ›Rotfuchs‹. Die Veranstaltung in Magdeburg wurde in Ihrer Vereinsschrift (29. Jahrgang Nr. 338) wie folgt angekündigt: ›Am Freitag, dem 8. Mai, um 11.30 Uhr, gemeinsames Gedenken der Vereine der ›Initiative für Frieden‹ am Sowjetischen Ehrenmal im Nordpark Magdeburg.« Der unterzeichnende Jörg Göbel setzte abschließend hinzu: »Nach unserer Prüfung« sei der Beitrag nicht zu beanstanden.

Die »Prüfung« hatte allerdings den letzten Satz der Veranstaltungsankündigung im »Rotfuchs« weggelassen: »Es spricht Friedrich Rabe (KPF)«. Was der auch tat. Er war der im Beitrag Gezeigte.

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Als Dockhorn das ZDF am Mittwoch auf diesen Satz hinwies, kam prompt eine E-Mail des Autors Markus Thöß. Er gab an (Rechtschreibung im Original): »Wir haben dann vor Ort eine Frau, so wie einen Mann mit einer Weste, die ggf ein Ordner gewesen sein kann, befragt, wie der Redner heist. Dann wurde Ihr Name genannt. Und es wurde Rotfuchs genannt. Um sicher zu gehen habe ich später selbst einen Kollegen von T Online und einen weiteren Berliner Kollegen befragt. Der sendete mir ein Bild von diesem Herrn mit dem Schriftzug rechts ›Wolfgang Dockhorn‹ … Sollten Sie das tatsächlich NICHT sein, bitte ich Sie mir kurz einen Link o.ä. mit einem Bild von Ihnen zuzustellen.« Er werde sich in aller Form entschuldigen und den Beitrag bearbeiten, »sollte es tatsächlich stimmen«.

Denn das ist im Grunde ausgeschlossen: Ein ostdeutscher ZDF-Untertan, also vermutlicher Prorusse, sagt etwas, das stimmt? Da reicht eine Jörg-Göbel-Prüfung, die Pisa bestätigt: Lesen können sie nicht. (as)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.09.2026, Seite 2, Ansichten

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→ Leserbriefe
  • Onlineabonnent*in Michael M. aus B. 10. Sept. 2026 um 19:57 Uhr
    »Lesen können sie nicht.« Auch das können sie nicht.
    • Bernd Paul aus Bad Schmiedeberg 11. Sept. 2026 um 10:05 Uhr
      Sie können nicht nur nicht lesen, sie können (bzw. wollen) nicht einmal richtig zitieren. Da wird eine selbst ausgewählte Quelle falsch wiedergegeben, nur um historisch nachweisbare Tatsachen (hier zum Thema Bodenreform und die Rolle der KPD) ignorieren und geschichtsfälschend darstellen zu können. Dieser Lügensender gehört angeschafft.
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