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Hasta la vista, Mommse!
Freitag abend. Flutlicht. Direkter Blick auf den »Langen Lulatsch«. Ein Abendspiel im Mommsenstadion ist immer wieder eine gemütliche Reise ins alte Westberlin – vor allem, wenn man sein Plätzchen auf dem Oberrang der Haupttribüne einnimmt. Blicke ich auf die vergangenen 30 Jahre zurück, so darf ich feststellen, dass ich recht Unterschiedliches in dieser altehrwürdigen Spielstätte erleben durfte. Und ja, nicht immer ging es gemütlich zu. Volle Ränge bei TeBe gab es in den 90ern im Pokal gegen den KSC und in der Aufstiegsrunde gegen Oldenburg, richtig Dampf drin war bei den Duellen der Lila-Weißen gegen die Eisernen aus Köpenick. Eine volle rot-weiße Gegengerade zu Beginn des Jahrtausends und ein Hasslevel auf das lila-weiße Westberlin – bemerkenswert.
Heiß und pfefferig ging es 2005 und 2008 bei den Auftritten des BFC Dynamo im Mommsenstadion zu. Insbesondere den Dezembertag 2008 habe ich in bitterer Erinnerung, als die Polizei ohne ersichtlichen Grund derb die Knüppel schwang und literweise Reizgas in Augenhöhe versprühte. Gemütlicher ging es zu, als die Amateure von Hansa Rostock zu Gast waren. Unvergessen, als mein größerer Sohn von einem Hansa-Kumpel eine Cola-Flatrate erhielt und am Ende nicht mehr weiter trinken konnte. »Papa, ich kann nicht mehr!« Das sollte schon was heißen.
Am vergangenen Freitag abend gab es im »Mommse« das Berlin-Liga-Duell SC Charlottenburg gegen Blau-Weiß 90 Berlin zu sehen, und rund 150 Zuschauer fanden den Weg auf die Ränge. Unter ihnen rund 30 Fans der Mariendorfer. Einst in der Saison 1983/84 war der SCC zu Gast in der zweiten Bundesliga, wenig später startete Blau-Weiß den Durchmarsch ins Fußballoberhaus. Lang, lang ist’s her, doch beim Sitzen mit Blick auf den beleuchteten Funkturm rücken alte Zeiten gedanklich wieder nah heran.
Auf dem Rasen gab es ein unterhaltsames 1:1 zu sehen – Engelsing hatte den Tabellenführer früh in Führung gebracht, Oliveira erzielte kurz vor der Pause den umjubelten Ausgleichstreffer. Am Ende war sogar mehr drin gewesen für die blau-weißen Gäste. Gut gelaunt ging es nach Abpfiff ins Casino, das inzwischen keinen Altberliner Muff, sondern lateinamerikanischen Charme versprüht. Der südamerikanische Betreiber zeigte seine ganze Gastfreundlichkeit, und auch der SCC lud auf eine Runde Kaltgetränke ein. Die Musik wurde laut gestellt, und dank der draußen aufgestellten Palmen konnte man kurzzeitig denken, man wäre irgendwo in Argentinien oder Brasilien bei einem regionalen Spiel. Dufte war’s und wirklich knorke. Hasta la vista, Mommse!
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