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Scheißdeutschland!
Fürs Hänschen »Georgie« Maaßen
Ein jeder Mensch mit Restverstand
Und einem Herz in Blut und Lot,
Der scheißt aufs deutsche Vaterland
Und ist kein Patriidiot.
*
Der Deutsche ist ja mottendumm,
Und auch die Frau bleibt unterm Strich.
Sie alle stinken untenrum
Und müffeln oben widerlich,
*
Sie machen dauernd Dauerlauf
Und fressen faule Fritten,
Sie hängen Hund und Katze auf,
Sind alle voll zerstritten,
*
Sie ziehen Hosen falschrum an
Und haben Pinkelflecken.
Moral: Das Vaterdeutschland kann
Gern heute noch verrecken.
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Onlineabonnent*in Thomas Z. aus D. 5. Sept. 2026 um 10:40 UhrMan kann ja als Linker viel über Deutschland fluchen und es gerne auch mal als »Scheißdeutschland« bezeichnen. Solange einem nur bewusst ist, dass alles, was hier schief läuft, auch immer Ausdruck unserer Schwäche als Linke ist. Aber wo der Witz (geschweige denn der politische Gehalt) ist, wenn man einfach über die angeblich mangelnde Körperhygiene von deutschen Patrioten herzieht, erschließt sich nicht. Von einer Jungen Welt erwarte ich, dass sie auch in Lyrik (oder was zumindest diesen Anspruch erhebt) politische Inhalte thematisiert: Militarisierung, Rassismus, Chauvinismus etc. Und dass sie die dahinterstehenden Klasseninteressen benennt. Von wem kommt all das denn? Vom dummen Volke? Oder von den Herrschenden? Wenn man in dieses Gedicht mit viel gutem Willen irgendeinen realen politischen Bezug hineininterpretieren will, dann gelingt das wohl am ehesten noch bei den »Pinkelflecken«. Wem fällt da nicht sofort das bekannte Foto von Harald E. beim Pogrom von Rostock-Lichtenhagen ein, der im BRD-Trikot mit Hitlergruß und Fleck im Schritt posiert hat? Aber gerade weil dieses Foto so sehr als Sinnbild des »Proll-Nazis« dient, ist es für das Bürgertum eine willkommene Ablenkung von der wahren Klassennatur des Faschismus. Es ist Aufgabe einer jW, diesen Klassencharakter zu entlarven, anstatt ihn zu befeuern. Wenig wundert es einen angesichts all dessen, wenn man dann Thomas Gsella googelt und herausfindet, dass er vor allem für die Titanic und hin und wieder auch für die Jungle World schreibt. Und dass er an einem Buch mitgewirkt hat, das sich gegen den seit dem 7. Oktober 2023 angeblich weltweit grassierenden Antisemitismus richtet. Da fragt man sich unwillkürlich: Wurde dieses Gedicht vielleicht fälschlicherweise bei der Jungen Welt statt bei der Jungle World eingereicht und abgedruckt?
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