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Netzwerk Friedenskooperative: Rund 200 Veranstaltungen zum Antikriegstag

Foto: NurPhoto/IMAGO
Demonstration in Köln zum Antikriegstag 2023

Das Netzwerk Friedenskooperative ruft zur Teilnahme an den Aktionen, die anlässlich des Antikriegstags am 1. September bundesweit stattfinden sollen, auf:

(…) Bei den zahlreichen bundesweiten Veranstaltungen stehen neben dem Gedenken die aktuellen Kriege, die Debatte um die Rüstungsausgaben sowie die Ablehnung des Wehrpflichtgesetzes im Fokus. (…) Auf seiner Webseite stellt das Netzwerk Friedenskooperative umfangreiche Informationen zum Antikriegstag zur Verfügung.

Insgesamt verzeichnet das Netzwerk Friedenskooperative rund 200 Veranstaltungen, wobei einige Veranstaltungen schon bereits am vergangenen Wochenende stattfanden, da der 1. September auf einen Wochentag fällt. (…) Ein zentrales Anliegen zum Antikriegstag 2026 ist die entschiedene Ablehnung einer neuen Wehr- oder Dienstpflicht, ebenso wie die immensen Ausgaben für Rüstung.

Initiativen und Gewerkschaften warnen vor einer Militarisierung der Gesellschaft, die zu Lasten von sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz geht. »Wir brauchen eine friedensfähige, keine kriegstüchtige Gesellschaft, denn die Wehrpflicht ist ein fataler Rückschritt«, betont Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative. Statt dessen müssten Investitionen in zivile Bereiche, zivile Konfliktlösung sowie eine konsequente Rüstungskonversion in den Betrieben im gesellschaftlichen Fokus stehen.

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Ein weiteres wichtiges Thema ist die Verknüpfung von aktiver Gedenkarbeit mit der aktuellen Forderung nach Diplomatie. Bei Mahnwachen wird an die Opfer von Krieg und Faschismus erinnert, wobei verstärkt junge Menschen in die Erinnerungskultur eingebunden werden, die sich mit der neuen Wehrpflicht konfrontiert sehen. »Wer das historische Gedenken ernst nimmt, muss heute auf Verhandlungen statt auf Waffengewalt setzen!«, erklärt Kristian Golla.

Die Forderung, das Völkerrecht einzuhalten, bleibt auch bei den diesjährigen Veranstaltungen zum Antikriegstag zentral. Besonders mit Blick auf die Kriege in der Ukraine, im Iran, in Gaza, aber auch im Sudan pocht die Friedensbewegung auf friedliche Lösungsansätze und ein Ende der Gewalt. Seit 1959 gehen Gewerkschaften und Friedensgruppen unter dem Motto »Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!« jährlich am 1. September, dem Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen 1939, für eine friedliche Welt auf die Straße. Damit soll an die schrecklichen Folgen von Krieg, Gewalt und Faschismus erinnert werden.

Die Linke-Bundestagsabgeordnete Lea Reisner kritisierte am Dienstag den Ausbau der Rüstungsindustrie in Nordrhein-Westfalen:

»Es ist ein perverser Witz, dass ausgerechnet am Vorabend des Antikriegstags Rheinmetall ankündigt, Neuss zum zweiten Produktionsstandort in NRW zu machen und dazu 250 Millionen Euro zu investieren«, so die Kölnerin. Der Konzern gehöre zu den Gewinnern von Kriegführung und Aufrüstung weltweit. »Dass Rheinmetall in den kommenden sechs Jahren 30 Milliarden Euro hier investieren will, bereitet mir große Sorge«, so Reisner weiter. »Aktionäre verdienen prächtig daran, dass vor unserer Haustür immer mehr Tötungsmaschinen gebaut werden.« Dass mit Mona Neubaur ausgerechnet eine grüne Wirtschaftsministerin diese Entwicklung forciere, komme einem politischen Totalbankrott gleich. »Anstatt für die vielen Zulieferbetriebe in NRW einen Umstieg auf umweltfreundliche Industriegüter zu ermöglichen, werden sie jetzt von der Rüstungsproduktion abhängig.« Reisner begrüßt in diesem Zusammenhang das am 1. September startende »Rheinmetall entwaffnen«-Protestcamp in Köln. »Wir brauchen mehr denn je ein Zeichen gegen Aufrüstung, Militarisierung und ›Kriegsfähigkeit‹!«

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.09.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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