Anno … 36. Woche
1666, 2. September: In London bricht ein großer Brand aus, der vier Tage lang anhält. Dabei wird die City of London, die innerhalb der alten römischen Stadtmauer liegt, vollständig zerstört. Seinen Ursprung hat das Feuer in einer Bäckerei, starker Wind verbreitet es rasch über die angrenzenden Viertel. In der Stadt bricht Panik aus, auch da man ausländische Feinde Englands als Brandstifter vermutet. Trotz der großen Zerstörungen gab es wohl nur eine einstellige Zahl an Todesopfern.
1866, 3. September: Im Preußischen Abgeordnetenhaus wird mit 230 Jastimmen bei 75 Gegenstimmen und vier Enthaltungen das Indemnitätsgesetz verabschiedet. Mit dem Gesetz wird nachträglich der ohne parlamentarische Bewilligung geführte Haushalt der Regierung Otto von Bismarcks legitimiert. Der preußische Kanzler hatte in den Jahren 1862 bis 1866 eine Heeresreform durchgeführt, die der Bewilligung entsprechender Finanzmittel durch das Parlament bedurft hätte.
1901, 6. September: Der Anarchist Leon Czolgosz schießt während der Weltausstellung in Buffalo, New York, auf den 25. Präsidenten der USA, William McKinley, und trifft ihn mit zwei Schüssen. McKinley erliegt eine Woche später den Folgen des Anschlags. Das Attentat löst eine Welle der Verfolgung von Anarchisten in den USA aus. Der bisherige Vizepräsident Theodore Roosevelt rückt nach und wird 1904 als Präsident wiedergewählt.
1931, 1. September: Die Matrosen der chilenischen Seekriegsflotte rufen in verschiedenen Häfen des Landes den Aufstand aus und bilden ein Revolutionskomitee. Zu ihren Forderungen gehört die Aufteilung des Bodens, die Nationalisierung der Bodenschätze und eine Demokratisierung der Streitkräfte. In verschiedenen Städten finden Solidaritätsstreiks statt. Die Regierung lässt den Aufstand durch loyale Truppen blutig niederschlagen und die Anführer hinrichten.
1936, 3. September: Delegationen aus 37 Staaten nehmen an der Internationalen Weltfriedenskonferenz in Brüssel teil. Das zentrale Thema der Tagung ist die Ausstattung des 1920 gegründeten Völkerbundes mit ausreichenden Machtmitteln zur Friedenssicherung. Die faschistischen Mächte Deutschland und Italien boykottieren die Konferenz.
1971, 3. September: In Berlin unterzeichnen Vertreter der vier Besatzungsmächte das sogenannte Viermächteabkommen über Berlin, in der DDR als »Vierseitiges Abkommen« bezeichnet. In dem Vertrag garantiert die Sowjetunion den ungehinderten Transitverkehr zwischen der BRD und Westberlin. Umgekehrt versichern die USA, Großbritannien und Frankreich, dass Westberlin kein Teil der BRD sei. Das Abkommen bleibt bis zum 3. Oktober 1990 in Kraft.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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