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Aus Leserbriefen an die Redaktion

Foto: ZUMA Press/imago/Montage jW

»Symbolische Abkommen«

→ Zu jW vom 17.8.: »›Was konnten Sie in Havanna beobachten?‹«

All diese symbolischen Abkommen und Absichtserklärungen sind natürlich wichtig. Viel wichtiger wäre es, Erdöl und die über 7.000 blockierten Container nach Kuba zu liefern. Meines Wissens gibt es auch keine Überlegungen, welche konkreten Aktionen im Falle eines militärischen Angriffs der USA durchgeführt werden könnten.

Martin Mandl, Paris

»Holzweg«

→ Zu jW vom 21.8.: »Staatstragend gegen rechts«

Sahra Wagenknecht ist mit ihrem Pro-AfD-Kurs auf dem Holzweg. Dadurch ist sie gerade dabei, ihr Lebenswerk komplett in der politischen Bedeutungslosigkeit zu versenken. Ich konnte diesen gefährlichen Weg nicht mehr mitgehen und habe aus diesem Grund am 17. Juni 2026 meinen Rücktritt als Mitglied im Kreissprecherrat meines Kreisverbandes und meinen sofortigen Parteiaustritt erklärt. Ich hatte gehofft, dass sich das BSW hin zu einer wirklichen Partei »für kleine Leute« entwickelt, und wurde brutal enttäuscht. Schade, dass mein ehemaliges Herzensprojekt so jämmerlich endet.

Karl-Heinz Schmidt, Braunschweig

»Diktatur der reaktionärsten Elemente«

→ Zu jW vom 28.7.: »Weder Demokratie noch Faschismus«

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In der Untersuchung »Weder Demokratie noch Faschismus« setzt Kapfinger sich wesentlich mit den Schlussfolgerungen von Sebastian Friedrich und Klaus Weber sowie deren Deutungen der Faschismusauffassungen der beiden Kommunisten Reinhard Opitz und Georgi Dimitroff auseinander. Opitz bestimmt das Formierungsprinzip so: Die jeweils herrschende Kapitalfraktion legt fest, welche Politik für sie am profitabelsten ist. Nach diesen Festlegungen formiert sie ihre arbeitende Bevölkerung. Wenn die Gesellschaft entsprechend marktkonform und kapitalistisch orientiert ist, entstehen vordergründig keine Risse in ihr. Es gibt zwar gravierende Unzufriedenheiten, aber alle auf dem Boden des kapitalistischen Systems.

Anders sieht die Lage in der Weimarer Republik aus. In dieser Phase gibt es nämlich ein Systemwechselproblem, hervorgerufen durch großen Unmut der arbeitenden Massen. Dies sieht auch Carl Schmitt, weitblickender Nazijurist, so: »Wer Souverän ist, bestimmt den Ausnahmezustand«, wobei er in der Klassenauseinandersetzung die Interessen des Großkapitals und des Faschismus vertritt. Ebenso sieht es Dimitroff, der sich auf das 13. Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale von 1933 beruft: »Der Faschismus an der Macht ist die offene Diktatur der reaktionärsten Elemente des Finanzkapitals.« Opitz unterstützt diese These voll.

Gegen das Formierungsprinzip gibt es seitens der Linken ein Protestpotential, das dem Rentabilitätsprinzip des Kapitals entgegengesetzt ist: Das rechte Protestpotential drückt sich in einer Rebellion gegen die richtigerweise als ungerecht empfundenen Verhältnisse aus. Aber die Köpfe dieser Rebellierenden sind mit der Ideologie der Herrschenden gefüllt, und ihr Hass auf die bestehenden unbefriedigenden Verhältnisse richtet sich gegen den linken Protest. Max Horkheimer, Mitbegründer der Kritischen Theorie, hatte 1938 noch klar formuliert: »Wer nicht vom Kapitalismus reden will, soll vom Faschismus schweigen.« Dieser klaren Benennung weicht Kapfinger durch Rückgriff auf das Autoritarismuskonzept der Kritischen Theorie aus. Danach ist es die besondere Empfänglichkeit sozialer Schichten für die faschistische Ideologie, die zum Faschismus führt. Den Faschismus selbst, wie es Opitz und Dimitroff tun, erklärt er nicht.

Detlev Obernik, Bielefeld

Wer hat’s verbockt?

Ob VW, Audi, BMW oder Porsche, alle dort Beschäftigten sagen gern mit Stolz, wo sie ihre Brötchen verdienen. Deutsche Autobauer waren lange der Inbegriff deutscher Schlüsselindustrie, und die da Beschäftigten hatten ihre Privilegien, wie bekannt ist. Haben es die Arbeiter am Band der Autobauer, die dort angestellten Lohnabhängigen, verbockt und verschlafen, wenn in der gegenwärtigen Marktlage deutsche Autos nicht mehr mithalten können? Das wäre schon mal zu fragen, wo es doch bekanntermaßen nicht die sogenannten Arbeitnehmer sind, die über das Wohl und Wehe von Firma und Konzern bestimmen.

Oder leben wir nicht mehr in einer Marktwirtschaft, in der die einen besitzen, sich Eigentümer nennen, angeblich die Verantwortung tragen und die anderen lediglich die Nehmenden, »Arbeitnehmer«, sind? Gern wird immer betont, wer schließlich für alles die Risiken trage, die Verantwortung habe, für alles einstehen müsse, was schieflaufe. Solange das Geschäft profitabel für die Eigentümer, Aktionäre und Besitzenden läuft, ist relativer Betriebsfrieden, wird die Solidarität gegenseitig beschworen. Alle glauben daran: Wenn es meiner Firma und dem Werk gut geht, geht es auch uns und mir als »Arbeitnehmer« gut. (…)

Roland Winkler, Aue

Klerikalfaschismus

→ Zu jW vom 21.7.: »Das jugoslawische Auschwitz«

Der Artikel ist sehr informativ und faktenreich. Lediglich eine wichtige Tatsache wird nicht gebührend ausgeführt, dass es sich bei dem Ustaša-Regime um ein klerikalfaschistisches Regime handelte. Der römisch-katholische Klerus, Priester, besonders Franziskaner und Mönche, beteiligte sich aktiv am Regime, am Betrieb des KZ Jasenovac, an Zwangsmissionierungen und an ethnischen Säuberungen, die sich vor allem gegen orthodoxe Serben, Roma und Juden richteten – und natürlich gegen »Ungläubige«, die Linken. Pavelić und viele seiner Mitverbrecher entgingen ihrer Bestrafung durch die Flucht mit Hilfe der vatikanischen »Rattenlinie«. Literatur hierzu: Karlheinz Deschner: »Mit Gott und den Faschisten. Der Vatikan im Bunde mit Mussolini, Franco, Hitler und Pavelić«, Stuttgart, 1965, und Vladimir Dedijer: »Jasenovac – das ­jugoslawische Auschwitz und der Vatikan«, Freiburg im Breisgau, 1988.

Heiner Jestrabek, Heidenheim

Ich hatte gehofft, dass sich das BSW hin zu einer wirklichen Partei »für kleine Leute« entwickelt, und wurde brutal enttäuscht. Schade, dass mein ehemaliges Herzensprojekt so jämmerlich endet.

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.08.2026, Seite 14, Leserbriefe

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