Ernst Thälmann unvergessen, 18. August
Der Genosse Thälmann wurde hinterrücks
Im Lager Buchenwald ermordet. Als der Krieg
Noch nicht in Deutschland wieder angekommen war
Genosse Stalin biß sich vor der Weichsel fest
Die Alliierten nach der Landung vor Paris.
*
Ich selbst war als aktives Pioniermitglied
Bereit ihn von den teuren Toten rückzuholen
Sein Bildnis hing bei uns in jedem Klassenzimmer
Immer bereit zum Lob des sozialistischen Weges
Bar von Verfehlungen aus frühem Klassenkampf.
*
Es tauchte in den Sitzungen des Pol-Büro
Manchmal die Frage auf: Wie hätte Ernst entschieden
Er war das Vorbild aller, die Parteistruktur
Mit dem Zentralen Komitee in Thälmanns Sinn
Ging dann erst unter mit dem Sturz der SED.
*
Der achtzehnte August ist Tag des Inne haltens
Der Trauer und des Zählens lichter eigner Reihen
Und Thälmann ist nicht tot zu kriegen weil er ja
So lang schon hingemordet ist in Buchenwald
Dort legen Illegale Rote Nelken nieder.
Und in den Städten Deutschlands hört man noch »Rot Front!«
Zu vorgerückter Stunde in den Hinterzimmern
Man hängt das Bildnis Thälmanns schüchtern wieder ab
Der Wirt wird sauer und der Saal ist nur gemietet
Wir singen inbrünstig die alten Kampfeslieder.
*
Wir dachten lang wir könnten unter seinem Banner
Die Arbeiter- und Bauernmacht zurück erobern
Aus tiefer Illegalität und militant
Das kapitalistische System bricht sich nun aber
Absehbar selbst den Hals, es läßt uns nur Ruinen
*
Solang war Thälmann der Garant für bessres Morgen
So jeder Rechenschaftsbericht muß sich nun schämen
Die Bourgeoisie hat uns so gründlich abgespeist
Mit ihren Lügen daß wir selbst im Spiegel uns
Schon fast wie fremd sind. Da hilft Thälmanns kluger Blick.
*
Das ABC des Kommunismus lernt sich leichter
Wenn man von einfachen Verhältnissen her stammt
Im Haß auf den Reichtum Weniger entzündet sich
Das Wort zur Fackel der Enteignung der Kapitalisten
Dann steigt vom Grund die rote Fahne himmelwärts.
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