Nachschlag: Nunmehr richtig
→ Das Versprechen. Fr., 22.50 Uhr, BR
Eingelöst ist hier ein Versprechen, dessen Nichteinlösen ein Verbrechen war. An Autor, Idee und Werk. 1958 hatte Dürrenmatt den Kriminalroman »Das Versprechen« geschrieben. In seinem Spätwerk in die Prosa gewechselt, war sein Anliegen weit mehr als lediglich spannende Whodunits. Dürrenmatts Programm von der Nichtbeherrschbarkeit der Welt zeigt sich auch im scheinbar trivialen Genre. Ob eine Wette (»Der Richter und sein Henker«), ein Verdacht (»Der Verdacht«), ein Spiel (»Die Panne«) oder eben ein wie hier Versprechen: Stets verselbständigt sich etwas zwischen Menschen über sie hinaus. In »Das Versprechen« steigert sich ein Ermittler in die Obsession, einen Mörder zu fassen, weil er es den Eltern des Opfers versprochen hat. Noch im Erscheinungsjahr wurde das Buch verfilmt unter dem Titel »Es geschah am hellichten Tag« und schlimmer: mit Happyend. Der ganze Sinn des Autors vom Werk abgeschnitten. In dieser Verfilmung hier von 2001 nimmt sich Sean Penn des Stoffes an. Und diesmal, ohne ihm die eigentliche Pointe zu stehlen. (fb)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
