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Salamitaktik
Galeria vor weiteren Schließungen
Das war absehbar: Der seit Jahren immer wieder verkaufte, verkleinerte und verschuldete Warenhauskonzern Galeria (früher: Karstadt und Galeria Kaufhof) soll ein weiteres Mal geschrumpft werden. Bis zu 33 der noch 83 Standorte könnten geschlossen werden.
Damit agieren die derzeitigen Eigentümer, die US-Investmentgesellschaft NRDC von Richard Baker und eine Beteiligungsfirma des Ausbeuters Bernd Beetz, so wie die Chefs der Vergangenheit, wie Thomas Middelhoff, Nicolas Berggruen oder René Benko mit seiner Signa-Holding. Insbesondere seit Benkos Einstieg legte Galeria eine Insolvenz nach der nächsten hin, Immobilien wurden verschoben, viele Warenhäuser geschlossen.
Nach der Signa-Pleite 2024 sollte mit der Übernahme durch die Neuen alles besser werden. Doch die angekündigten Investitionen blieben weitgehend aus, die Geschäfte liefen schlecht, und bereits im Frühjahr wurde schon wieder über eine Insolvenz spekuliert. Die ist vorerst abgewendet, da die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers Kredite von bis zu 160 Millionen Euro bereitstellt, wie Ende Juni bekannt wurde. Die Kredite sind allerdings an einen Sanierungsplan gekoppelt. Und sanieren heißt bei Galerie vor allem eins: schließen.
Für die derzeit noch etwa 12.000 Beschäftigten geht damit wieder die Angst vor dem Jobverlust einher. Der Kredit, den die Gewerkschaft grundsätzlich begrüße, beseitige nicht die Ursachen der anhaltenden Krise, hatte Silke Zimmer, Verdi-Bundesvorstandsmitglied, Ende Juni erklärt. Die ständigen Spekulationen über Filialschließungen und Stellenabbau seien eine enorme Belastung für die Beschäftigten. Nötig wäre es vielmehr, gemeinsam mit ihnen ein tragfähiges Zukunftskonzept zu entwickeln.
Davon ist derzeit allerdings nicht die Rede. Die 33 auf der Prüfliste stehenden Häuser befinden sich zum größten Teil in den Spitzenlagen der jeweiligen Städte und weisen häufig sehr große Flächen auf, die Galeria schon heute nicht mehr allein bewirtschaftet. So könnten in Berlin das ehemalige Karstadt-Warenhaus am Hermannplatz, Ex-Galeria-Kaufhof (zuvor: Centrum-Warenhaus) am Alexanderplatz, das ehemalige Wertheim-Flaggschiff am Kurfürstendamm sowie das einstige Hertie-Haus in Spandau ihre Pforten schließen. In Köln sind die ehemaligen Warenhäuser von Karstadt und Galeria Kaufhof gefährdet. So geht es weiter mit München (Rotkreuzplatz), Braunschweig – sogar das Karstadt-Gründungshaus in Wismar steht auf der Liste!
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Christian Schuchardt, fordert nun das Unternehmen auf, die betroffenen Kommunen in die Gespräche zur Zukunft der Filialen einzubinden. »Schon in der Vergangenheit hat sich das bewährt, um passende und individuelle Lösungen für die Standorte und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden«, sagte er gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Im Fall von Filialschließungen sollte es zügig Konzepte für eine Folgenutzung geben. Sonst würden die betroffenen Innenstädte weiter in eine »Abwärtsspirale« geraten.
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