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Tschechisches Doppel
Das Damenfinale in Wimbledon
Für gewöhnlich sind Siege bei den Vorbereitungsturnieren der Rasensaison bei den Damen kein gutes Omen. Wer in Berlin, Bad Homburg, Eastbourne usw. das Turnier gewinnt, wird es in Wimbledon nicht tun. So lautet seit mehr als einer Dekade das Gesetz (früher, im klassischen Zeitalter, war das allerdings nicht so, da konnte man mit großer Zuversicht auf Martina Navratilova setzen).
2011 verlor Petra Kvitová das Finale in Eastbourne in drei Sätzen gegen Marion Bartoli, um dann zwei Wochen später das Finale in Wimbledon gegen Marija Scharapowa in zwei Sätzen zu gewinnen. Fünfzehn Jahre später, vor dem Dameneinzelfinale am Sonnabend, saßen sie dann alle in der Royal Box: Kvitová, Bartoli, Scharapowa und auch Martina Navratilova (Jan Kodeš, tschechoslowakischer Einzelsieger im ATP-Streikjahr 1973, war auch noch da).
Anlass war das erste rein tschechische Damenfinale der Wimbledon-Geschichte, der konsequente Abschluss dieser tschechischen Rasentennissaison. Aufeinander trafen die Siegerin des Turniers von Berlin, Linda Nosková, und die Siegerin von Bad Homburg, Karolína Muchová. Es war zugleich das Duell der jüngsten Finalteilnehmerin seit Kvitová 2011 – die 21jährige Nosková – und mit der 29jährigen Muchová der ältesten Finaldebütantin seit Nathalie Tauziat 1998, die damals gegen eine weitere große tschechische Spielerin verlor, die 2017 früh verstorbene Jana Novotná, die als Trainerin auch entscheidenden Einfluss auf die aktuelle Generation des tschechischen Damentennis hatte, insbesondere auf Barbora Krejčíková (Wimbledon-Siegerin 2024), die in diesem Jahr im besten Spiel der Damenkonkurrenz im Achtelfinale ausschied – 5:7, 7:5, 3:6 gegen Muchová. Die hatte sicherlich die härtere Auslosung auf dem Weg ins Finale, aber beide Spielerinnen mussten im Turnierverlauf Matchbälle abwehren. Nosková in der dritten Runde gegen die Veteranin Sorana Cîrstea, Muchová in ihrem epischen Halbfinale (12:10 im Match-Tie-Break) gegen Cori Gauff. Nosková begann unbeeindruckt: makelloses Service, brutale Returns. Es stand rasch 6:2, 5:2. Muchová wehrte bei ihrem Aufschlag drei Matchbälle ab, bei 5:3 servierte Nosková bei ihrem vierten Matchball einen Doppelfehler, vergab im anschließenden Return Game den fünften Matchball und gewann im zweiten Satz kein Game mehr. Statt 6:2, 6:2 stand es 6:2, 5:7. Nosková am Boden zerstört. Aber nachdem sie zum Auftakt des dritten Satzes mit brachialer Vorhand und wieder exzellenten Aufschlägen drei Breakchancen abwehren konnte, verlief der dritte Satz ähnlich wie der erste. Ihre zweite Chance, bei 5:3 das Match auszuservieren, ließ sie sich nicht nehmen. Sie tat es zu 15, bedächtig und unantastbar wie schon in Berlin.
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