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Aus Leserbriefen an die Redaktion

Foto: ZUMA Press/imago/Montage jW

Staatsfeind Hegel

→ Zu jW vom 1.7.: »Ist das MASCH-Urteil ein Pyrrhussieg?«

Die beiden Onlinebriefe unserer Leser liegen völlig richtig. Es geht hier tatsächlich um die »Haltet-den-Dieb-Rufer« aus den Regierungs- und Gerichtsinstitutionen. Auch wenn jeder Amtseid vorgibt, »Schaden vom deutschen Volk« abzuwenden, heißt es noch lange nicht, ihm auch Schaden zufügen zu dürfen, so wie es zur Zeit massenhaft geschieht. Schaden abzuwenden autorisiert ganz im Sinne des »senso comune« ausdrücklich, alle jene Kräfte zu mobilisieren, die Widerstand leisten können. Dabei hilft ja sogar das Grundgesetz, Artikel 20 Abs. 4. »Selbstverständlich ist es ein Erfolg, die Gemeinnützigkeit wiedererlangt zu haben. (…) Andererseits ist die Behauptung, die Marxsche Gesellschaftstheorie sei mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren, nicht akzeptabel«, sagt Wolfgang Kunkel. Hier liegt des Pudels Kern. Damit wird wieder einmal die völlige Ignoranz deutscher Richter offenbar, die einfach nicht kapieren, dass historische und wissenschaftliche Erkenntnisse, die auch etwas mit Vernunft zu tun haben, zum Menschheitserbe dazugehören. Demnach könnten sie auch gleich den alten Hegel als mit dem GG nicht akzeptabel inkriminieren. Es ist einfach lächerlich. Wie schreibt doch der gute Hegel: »Es ist wohl eine ziemlich übereinstimmende Ansicht der pragmatischen Geschichtschreiber, dass, wenn in einem Volke in die Wahl der Staatsvorsteher das Privatinteresse und ein schmutziger Geldvorteil sich überwiegend einmischt, solcher Zustand als der Vorläufer des notwendigen Verlusts seiner politischen Freiheit, des Untergangs seiner Verfassung und des Staates selbst zu betrachten sei« (»Über die englische Reformbill«, Verlag Felix Meinen, o. J., Sonderausgabe aus: Hegel. Schriften zur Politik und Rechtsphilosophie, Philosophische Bibliothek Band 144, S. 288). Es ging den Verfassern der Reformbill dabei unter anderem auch um die Tatsache, dass in England seinerzeit Parlamentssitze gekauft werden konnten und damit der Korruption Tür und Tor geöffnet war. Um nun den sogenannten Verfassungsschutz klar darüber zu informieren, dass Hegelsche Gedanken auf den Index gehören, sei der letzte Satz »Über die englische Reformbill« zitiert. Wenn die Befürworter der Reformbill nicht durchkämen, würde die einzige Macht, die für dieses Vorhaben zur Verfügung stünde, »das Volk sein, und eine Opposition, die, auf einen, dem Bestand des Parlaments bisher fremden, Grund gebaut, sich im Parlamente der gegenüberstehenden Partei nicht gewachsen fühlte, würde verleitet werden können, im Volke ihre Stärke zu suchen und dann statt einer Reform eine Revolution herbeizuführen« (ebd. S. 326). Logisch, oder? Nebenbei nutzte Hegel in seiner 40seitigen Schrift ca. 33mal den Begriff »Klasse« oder Formulierungen mit dieser Bezugnahme! Deutsche Richter haben in ihrem Urteil gegen die jW unter anderem unterstellt, dass dort auch von Klassen- und Klassengesellschaften die Rede sei. Na so was.

Manfred Pohlmann, per E-Mail

Für immer Kolonialismus

→ Zu jW vom 6.7.: »Washington sucht Komplizen«

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USA wollen UN-Kuba-Debatte verhindern: Trump begründet seine verbrecherischen Handlungen gegenüber Kuba und Venezuela mit den Enteignungen der US-amerikanischen Zucker- und Erdölkonzerne. Er vergisst, dass seine Konzerne in der Kolonialzeit den beiden Staaten den Boden, der Zuckerrohr wachsen lässt und der in Venezuela Erdöl enthält, geraubt hatten. Die Weltorganisation der UNO billigte mit großer Mehrheit die Enteignung als Akt der Wiedergutmachung des kolonialen Unrechts. Trump und seine Fellows aus der G7 haben auch in dieser Angelegenheit eine andere Meinung.

Günter Buhlke, per E-Mail

Zusammenstehen

→ Zu jW vom 7.7.: »Kubas Ernte verrottet«

Bezüglich des Leserbriefs von Albert Mitter: Der arrogant (Entschuldigung) erhobene Zeigefinger nützt hier gar nichts. Bis Anfang dieses Jahres kam Erdöl aus Russland und aus Venezuela – der Stopp ist die Schuld der USA. Kuba leidet seit mehr als 60 Jahren unter der unmenschlichen Blockade durch die USA. Noch vor zehn Jahren war Photovoltaik teuer und wesentlich ineffizienter als heute, inklusive der Speichertechnik. Kubas Regierung hat sich entschieden, die Lebensverhältnisse des eigenen Volkes in den Vordergrund zu stellen. Was war daran falsch? Kuba hat in den letzten Jahrzehnten Projekte zur alternativen Energiegewinnung gestartet – zum Beispiel aus Bagasse. Der massive Rückgang des Zuckerexportes – eine Auswirkung der US-Blockade – führte dazu, dass Bagasse nicht mehr in den Größenordnungen zur Verfügung steht, wie noch vor zwei Jahrzehnten. Und diese Kraftwerke waren aufgrund des geringen Heizwertes von Bagasse nicht so effektiv wie ölbasierte Energiegewinnung. Und die Unwahrheit über das Nichtzulassen »unternehmerischer Fähigkeiten«? Ich habe schon vor vielen Jahren in Havanna und anderen Städten in privat geführten Hotels übernachtet; bin mit Kutschen in Havanna gefahren, deren Besitzer Privatiers waren. Ich habe auf meinen Reisen durch das Land in den Casas Particulares gewohnt – also privat. Tourismus war eine der Haupteinnahmequellen Kubas. Warum ist der eingebrochen? – Die Blockade der USA! Man sollte nicht alles glauben, was einem die Mainstreammedien über ein angeblich so unterdrücktes Volk erzählen. Wenn die Unterdrückung von innen wirklich so wäre, dann wären die stolzen Kubaner schon längst aufgestanden. Statt dessen gilt immer noch: »Patria o Muerte – Venceremos!« – »Vaterland oder Tod – Wir werden siegen!«

Andreas Eichner, Schönefeld

Nebenbei nutzte Hegel in seiner 40seitigen Schrift ca. 33mal den Begriff »Klasse« oder Formulierungen mit dieser Bezugnahme! Deutsche Richter haben in ihrem Urteil gegen die jW u. a. unterstellt, dass dort auch von Klassen- und Klassengesellschaften die Rede sei. Na so was.

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.07.2026, Seite 14, Leserbriefe

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