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Viva Kuba

Solar-Tuk-Tuks in Havanna

Foto: Norlys Perez/REUTERS

Kuba muss seine Energiekrise kreativ bewältigen. Elektrische Dreiräder, auch Tuk-Tuks genannt, haben sich in den vergangenen Jahren rasant verbreitet, weil Benzin und Diesel stets knapp waren. Auch dieses Transportmittel stellte das Ölembargo vor eine Herausforderung: Tägliche Stromausfälle von bis zu 20 Stunden erschweren das regelmäßige Laden der Batterien.

Die kreative Lösung – auf solche ist Kuba inzwischen spezialisiert – besteht in Solarpanels, mit denen immer mehr Fahrer ihre Tuk-Tuks ausrüsten. Die Photovoltaikinstallationen laden die Gefährte direkt über die Sonneneinstrahlung und machen die Fahrzeuge unabhängig vom blockierten Stromnetz. »Solange die Sonne scheint, lädt der Akku«, erklärte Fahrer Evanys Peréz dem Portal Belly of the Beast am Mittwoch: »Jetzt können wir bis zu 90 Meilen (circa 145 Kilometer) fahren.«

Demnach würden Solarpanels mit einer Leistung von bis zu 620 Watt installiert. Akkus speicherten die tagsüber gewonnene Energie, so dass die Fahrzeuge auch bei Nacht oder Wolken tuckern können. Erhöht wird also nicht nur die Reichweite, sondern auch die Einsatzdauer. Ein Fahrer betont, dass die solarbetriebenen Dreiräder inzwischen sogar weiter und länger fahren könnten als zuvor.

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Ein anderer beschreibt die Bedeutung der Tuk-Tuks für den Alltag der Menschen: »Diese Dreiräder lösen ein großes Problem des Landes und kommen besonders Familien, Kranken und Alten zugute.« Zudem reiche ihre Leistung aus, um Lasten von bis zu einer Tonne zu bewegen. Damit eignen sie sich nicht nur als Transportmittel für Personen, sondern auch für Waren. Darauf kann die kubanische Wirtschaft erst recht in einer Situation, in der Treibstoff und Elektrizität knapp sind, nicht verzichten.

Diese Entwicklung zeigt beispielhaft, wie sich die kubanische Bevölkerung der US-Blockade widersetzt, und steht damit beispielhaft für die Resilienz der Revolution.

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.07.2026, Seite 8, Kapital & Arbeit

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  • Volker Wirth aus Berlin 7. Juli 2026 um 11:59 Uhr
    Wir von KarEn -Verein zur Förderung alternativer Energien in der Karibik e.V. haben bei einem Schulprojekt ähnliche Probleme und Lösungen gehabt: Die ersten Elektrofahrzeuge für die Agrarfachschule »Batalla de El Rubí« – zwei vierrädige und vier E-Mopeds – wo wir 2023 die Ausbildung zu Solarinstallateuren zu fördern begonnen haben, sollten aus dem kubanischen Netz geladen werden, das damals noch nicht ständig durch »apagones« ausfiel. Alsbald entschieden die kubanischen Freunde sich dafür, eine 3-kW-Photovoltaikanlage zu installieren, die der Verein mit Unterstützung des Bundesentwicklungsministeriums spendete. Nun können die Fahrzeuge »direkt von der Sonne« mit Solarstrom aufgeladen werden, nachdem sie früh zum Antransport von Lehrern und Schülern benutzt worden sind (die Schule liegt, wie oft üblich, »en el campo«, relativ weit weg von besiedelten Gebieten der Gemeinde San Cristóbal); allerdings wurde auch hier der Unterricht vorzeitig eingestellt »wegen Elektroenergiemangel«. Ja, für die E-Küche ist durch die Abschaltungen auch wirklich kein Strom verfügbar, und ihre Belieferung war auch sonst prekär geworden. Für die Wasserversorgung war eine Lösung durch den Einsatz von Paneelen für die Tauchpumpe gefunden worden – auch dabei konnte auf den Strom vom sehr oft »versagenden« Stromnetz verzichtet werden. Inzwischen hat KarEn aber dem Schulprojekt auch zwei Fahrzeuge gespendet, die – wie die erwähnten Tuk-Tuks mit direkt gespeicherter Solarenergie fahren werden –, also weder an das nationale noch an ein lokales Netz gehen müssen, um aufzuladen. Die Paneele – sicherlich aus China, woher sonst? – werden ja immer leistungsfähiger, so dass der Strom »vom Fahrzeugdach« bereits eine ordentliche Reichweite gewährleistet; auf dem Lande sind jedoch (Zitat) "90 Meilen(145 Kilometer)" auch schnell abgefahren.
    Unbedingt vorangebracht wird die imperialistisch erzwungene rasche »Energiewende« in Kuba auf jeden Fall durch die großen chinesischen Solarparks in allen Provinzen. Von der tagsüber (und vor allem in der Wirtschaft!) benötigten elektrischen Leistung Kubas entfallen bereits 40 Prozent auf die Solarenergie und weitere alternative Quellen – und das geht weiter, vielleicht sogar bald bis heran an das Niveau hierzulande von inzwischen 58 Prozent (allerdings tags und nachts). Kubas »independencia energética« (Energieunabhängigkeit) ist also kein ferner Traum, was die Elektroenergie betrifft!
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