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IG Metall

Wechsel im IG-Metall-Vorstand

Foto: CHROMORANGE/imago;Lando Hass/IG Metall

Ein – nach eigenen Angaben – Klassenkämpfer und Antikapitalist geht. Ein CDU-Mitglied kommt. Am Dienstag ist Hans-Jürgen Urban, der seit 2007 dem fünfköpfigen IG-Metall-Vorstand angehörte, in den Ruhestand gegangen. Seinen Platz nimmt André Arenz ein. Er ist im Bundesvorstand der CDA, des Arbeitnehmerflügels der CDU, und stellvertretender Bundesvorsitzender der CDA-DGB-Arbeitsgemeinschaft. Seit 2015 leitet er die IG-Metall-Geschäftsstelle Olpe im Sauerland. Dort ist er auch im Kreisschützenverein.

Gewählt hatte ihn der Beirat der IG Metall, der zwischen den Gewerkschaftstagen das höchste Gremium der IG Metall ist. Im Vorstand soll er den Bereich Betriebspolitik leiten. Und das Aufgabengebiet Digitalisierung, wie die Frankfurter Rundschau zu berichten wusste. Während der Coronapandemie hatte Arenz die erste virtuelle Delegiertenversammlung der IG Metall bundesweit organisiert. Arenz ist bis zum nächsten Gewerkschaftstag im Herbst 2027 gewählt. Dort müsste er sich dann zur Wiederwahl für einen Zeitraum von vier Jahren stellen.

»Mit André Arenz gewinnen wir einen erfahrenen Praktiker von unserer Basis. Er kennt die Herausforderungen gerade in kleineren und mittleren Betrieben aus erster Hand und bringt große Erfahrung im Umgang mit der industriellen Transformation mit«, erklärte die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner.

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Staunen löst der Wechsel trotzdem – oder gerade deshalb – aus. Derzeit findet der größte Angriff von Staat und Kapital (insbesonderere seitens der Großkonzerne) auf die Lohnabhängigen seit der Agenda 2010 statt und die weltweit mitgliederstärkste Gewerkschaft ersetzt den einzigen Systemkritiker an der Gewerkschaftsspitze durch ein CDU-Mitglied. Aber was heißt das schon? Arenz kommt aus dem Wahlkreis von Friedrich Merz. Sicher hat er genug gesehen, um die Leute gegen Merz und Co. auf die Straße zu bringen.

Und was sagt Hans-Jürgen Urban? In der von der IG Metall verschickten Pressemitteilung lässt er sich wie folgt zitieren: »In den politisch turbulenten Zeiten war mir ein geordneter, ruhiger Übergang für die IG Metall wichtig. Ich werde in wenigen Tagen 65 Jahre alt und die Rente erst ab 67 habe ich nie akzeptiert.« Wer künftig Urbans Bereich Sozialpolitik leitet, ist unklar. (sk)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.07.2026, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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