Wieder mehr junge Menschen ohne Arbeit
67 Millionen junge Menschen weltweit waren 2025 ohne Arbeitsplatz – Tendenz wieder steigend. Schuld daran ist neben dem allgemein schwachen Wirtschaftswachstum und dadurch bedingt schleppender Schaffung neuer Jobs auch der Boom beim Einsatz künstlicher Intelligenz, wie aus einem am Mittwoch vorgestellten Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO hervorgeht. Demnach sind 2025 12,4 Prozent der Menschen zwischen 15 und 24 Jahren ohne Arbeit gewesen, 2023 waren es 12,3 Prozent. Zudem stieg auch der Anteil derjenigen, die in dieser Altersgruppe weder in Erwerbstätigkeit noch einer Form von Ausbildung sind, auf über 20 Prozent. Das entspricht 257 Millionen jungen Menschen weltweit.
»Eine Generation, die keine ordentliche Arbeit finden kann, kann ihre Zukunft nicht mit Selbstvertrauen aufbauen«, sagte ILO-Generalsekretär Gilbert Houngbo. Berufliche Perspektivlosigkeit führe zum langfristigen Verlust von Know-how, Produktivität und sozialem Zusammenhalt. Daher sei die Schaffung guter Arbeitsplätze »nicht nur ein gesellschaftlicher Imperativ, sondern eine der klügsten Investitionen, die ein Land tätigen kann«.
Der steigende Einsatz von KI in vielen Branchen führe laut der ILO zum Verlust von Arbeitsplätzen insbesondere auf mittlerem Qualifikationsniveau, also beispielsweise viele Verwaltungs- und Buchhaltungstätigkeiten. Damit seien insbesondere jene Jobs betroffen, die in den Industrienationen üblicherweise den Eintrittspunkt in eine Berufslaufbahn darstellten. 6,1 Prozent der Jobs, die oft von unter 30jährigen ausgeführt würden, seien besonders vom KI-getriebenen Wandel betroffen, hieß es weiter. Zugleich steige der Bedarf nach hochqualifizierten Arbeitskräften; hier müsse das Bildungssystem entsprechende Chancen bieten. »Technischer Fortschritt, KI inklusive, muss für junge Menschen arbeiten, nicht gegen sie«, sagte eine ILO-Repräsentantin.
Regional unterscheiden sich die Faktoren für die Zunahme der Jugenderwerbslosigkeit. In Nordamerika war laut dem Bericht ein Anstieg von 8,3 Prozent 2023 auf nun 9,8 Prozent zu verzeichnen, in Süd- und Westeuropa blieb der Anteil mit 15 Prozent auf hohem Niveau stabil. Hier sinken die Beschäftigungsaussichten vor allem durch den genannten Wegfall von Arbeitsmöglichkeiten für Menschen am Anfang ihrer Karriere und den mangelnden Neuaufbau von Stellen. Besonders extrem ist die Situation in den arabischen und nordafrikanischen Ländern, wo mehr als jeder Fünfte junge Erwachsene erwerbslos ist. Hier spielen laut dem Bericht vor allem strukturelle Faktoren, wie die Benachteiligung von Frauen in Bildung und Arbeit, eine wichtige Rolle. In Zentralafrika arbeiten zwar mehr junge Menschen – jedoch oft aus der Not heraus in gefährlichen und sozial kaum abgesicherten Jobs.
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