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Panik im Weißen Haus
USA: Der Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein hat die Trump-Regierung in Erklärungsnot gebracht
Eine aktuelle Recherche der New York Times (NYT) beschreibt die Vorgänge innerhalb der Trump-Regierung vor der teilweisen Veröffentlichung der Epstein-Akten im vergangenen Jahr als eine Abfolge zunehmend hektischer Sitzungen im Weißen Haus unter der Leitung eines alarmierten US-Vizepräsidenten J. D. Vance. Schließlich stellte der Fall Jeffrey Epstein für das US-Justizministerium von Beginn an ein politisches Problem dar. Denn die sogenannte MAGA-Basis der Republikanischen Partei war über Jahre hinweg darauf eingeschworen worden, Epstein als Teil eines »tiefen Staates« zu sehen, gegen den US-Präsident Donald Trump vorgehe, trotz seiner bekannten Freundschaft mit dem Sexualstraftäter.
Im Februar 2025 verschärfte sich die Lage, nachdem Justizministerin Pam Bondi öffentlich die Existenz einer Epstein-Kundenliste bestätigt und deren Freigabe angekündigt hatte. Kurz darauf präsentierte das Weiße Haus ausgewählten Influencern Ordner mit »Epstein-Akten«. Diese waren jedoch stark redigiert und enthielten kaum Neues. Am 7. Juli veröffentlichte die Bundespolizei FBI ein nicht unterzeichnetes Dokument von rund anderthalb Seiten, laut dem sie keine Hinweise auf eine »Kundenliste« gefunden habe und von einem Suizid Epsteins im Jahr 2019 ausgehe. Begleitend wurden Überwachungsvideos aus dem Gefängnis freigegeben, in dem er verstarb, aber weitere Veröffentlichungen ausgeschlossen, was zu einem Aufschrei innerhalb der MAGA-Anhängerschaft führte.
Die Videoaufnahmen verschärften die Lage zusätzlich. Zwar sind diese ganze elf Stunden lang, doch fehlte eine Minute. Bondi führte dafür technische Gründe an. Parallel versuchte Trump, die Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken von dem Thema abzulenken, während die Kongressabgeordneten Thomas Massie und Ro Khanna den »Epstein Files Transparency Act« einbrachten und den politischen Druck erhöhten. Dies kulminierte am 17. Juli in einer Sitzung im Situation Room des Weißen Hauses. Vance sprach von einem »riesigen Problem«. In Abwesenheit des Präsidenten wurde laut NYT eine gemeinsame Strategie zur Reaktion auf die wachsende öffentliche Aufmerksamkeit beschlossen.
Ziel war es, durch ein vorgebliches Bekenntnis zu Transparenz die zunehmend verärgerte Anhängerschaft zu beruhigen. Vance wirkte dabei laut Anwesenden panisch, da die Epstein-Thematik die MAGA-Koalition zu spalten begann. Stabschefin Susie Wiles soll später gesagt haben, der Vizepräsident sei ein starker Anhänger von »Verschwörungstheorien«. Ein weiterer Beamter berichtete, Vance habe seitdem unablässig vollständige Aufklärung gefordert. Zudem soll er vorgeschlagen haben, dass der rechte Journalist Tucker Carlson Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell im Gefängnis interviewt, um Aussagen zu erhalten, die Trump entlasten könnten.
Ende Juli führte dann Staatsanwalt Todd Blanche die Befragung Maxwells durch. Diese erklärte, sie habe kein belastendes Verhalten Trumps in Erinnerung. Kurz darauf wurde sie in ein Bundesgefängnis mit niedriger Sicherheitsstufe in Texas verlegt. Ebenfalls Ende Juli erfuhr das Weiße Haus, dass der Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses eine Vorladung zur Herausgabe der Epstein-Unterlagen vorbereitete. Daraufhin wurde eine weitere Krisensitzung einberufen. Dort erklärte Vizestabschef James Blair, man werde der Vorladung weitgehend nachkommen, jedoch vorrangig Informationen veröffentlichen, die Trumps Unschuld stützten.
Die NYT berichtet weiter, dass es bei dem Treffen auch um eine Anschuldigung gegen Trump aus freigegebenen Unterlagen eines Verleumdungsprozesses gegen Maxwell von 2015 gegangen sei. Enthalten waren E-Mails des Epstein-Opfers Sarah Ransome an einen Journalisten. Diese behauptet darin, ein Mädchen aus Epsteins Menschenhandelsring habe Sex mit Trump gehabt. Ransome relativierte aber später ihre Darstellung und gab an, ihre Informationen stammten vom Hörensagen. Vance soll daher erklärt haben, er sehe keine Einwände gegen die Veröffentlichung der entsprechenden Dokumente, und argumentierte, Trump sei schon mit Schlimmerem konfrontiert gewesen. Wiles widersprach jedoch und stellte klar, dass der Präsident nicht einverstanden sei. Ein Beamter beschrieb die Situation später als »surreal«.
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